Die Lübbener haben schon immer gern gesellig gefeiert und dabei ihre Stadt hoch leben lassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber mangelte es an vielem. Bis 1965 Lübbener die Ansicht vertraten, es wäre doch gut, Hain-Festspiele zu veranstalten. Im Herbst vor 39 Jahren gestalteten Handwerker, Gewerbetreibende und Künstler ihr Fest, und das gefiel.

Zum 825. deutlich gewachsen In den folgenden Jahren war das dritte Wochenende im September immer für ein großes Fest in Lübben gebucht. 1975 – Lübben feierte die 825. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung – wurde das Stadtfest deutlich größer: Neben dem Handwerker-Markt gab es ein Jägerfest, einen Spreewaldmarkt und natürlich den Kahnkorso rund um das "Strandcafé".

Das sprach sich im damaligen Bezirk Cottbus rasch herum. In den 80er Jahren wurden die "Spreewaldfestspiele des Bezirkes Cottbus" begründet. Lübbenau und Burg traten ein bisschen in Konkurrenz zu Lübben – zu Unrecht, denn die Besucher erkannten rasch, dass jedes Fest im Spreewald sein unverwechselbares Fluidum hat.

Die Lübbener gestalteten ihr Fest weiter aus. Trödelmarkt, Fest der Fischer und Angler, der Volkskunst-Markt und vieles andere kam hinzu. In der DDR gab es auf solchen Märkten vieles, was es sonst nicht zu kaufen gab – auch deshalb war das Fest in Lübben ein Besuchermagnet. Die Lokalredaktion der RUNDSCHAU war in dieser Zeit bis zur politischen Wende in jedem Jahr mit einem Basar dabei, der von Lesern und Unternehmen gesponsert wurde; der Verkaufserlös wurde für einen wohltätigen Zweck gespendet.

Neuer Name nach der Wende Auch nach der Wende wollten Lübbener und ihre Gäste nicht auf ihr Fest verzichten. Es wurde nun zwar "Spreewaldfest" genannt, aber es blieb unverwechselbar in seiner Ausstrahlung und der Pflege des Brauchtums einer ganzen Region.

In diesem Jahr gibt es nun die 27. Auflage des fröhlichen Treibens zwischen Haintor, Neunkirchner Platz und Spree. Fast jährlich wurde zum Fest am dritten September-Wochenende dazu eingeladen. 2001 nach den Anschlägen vom 11. September entschlossen sich Veranstalter und die Lübbener Bürgerschaft schon aus Pietäts-Gründen zur Absage der Veranstaltung.

In diesem Jahr "rutscht" das Fest auf das vierte September-Wochenende, weil zum eigentlichen Fest-Termin in Brandenburg die Landtags-Wahlen stattfanden. Blieb also eine Woche länger Vorfreude auf ein heiteres Fest.
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Info zum Thema: Sperrung zum Fest

Sperrungen und Verkehrseinschränkungen begleiten das Spreewaldfest. Seit gestern weisen rot umrandete Schilder an den Ortseingängen von Lübben vorsorglich auf das "Stadtfest" hin. Zu Behinderungen kann es von heute an bis zum Montag in der Breiten Straße kommen, an der Verbindung zwischen Spreestraße und Geschwister-Scholl-Straße, in der Kirch-, Post- und Hauptstraße, am Marktplatz, in der Judengasse, in der Straße Hinter der Mauer, in der Salzhaus- und Reutergasse, in der Gerichtsstraße und am Ernst-von-Houwald-Damm. Gesperrt sind außerdem die Parkplätze am Ernst-von-Houwald-Damm, am Schloss, in der Lindenstraße teilweise, der Stadtverwaltung und des Landratsamts sowie an der Brauhausgasse und die gesamte Schlossinsel.
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