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Lübbenauer spitze in Kocevje

Teamwork war gefragt bei Disziplinen der besonderen Art.
Teamwork war gefragt bei Disziplinen der besonderen Art. FOTO: Jente
Lübbenau/Kocevje. Eine Übernachtung im Bus auf gut 1000 Kilometer langer Strecke – das war für 20 junge Lübbenauer die letzte Station eines ereignisreichen Sport- und Begegnungsfestes im Zeichen der Völkerverständigung. Im slowenischen Kocevje verbrachten die Schüler das Pfingstwochenende mit Altersgefährten aus Polen, Groß Britannien, Serbien und eben Slowenien. Daniel Preikschat

Am Wettkampftag erkämpften sich die Schüler im dortigen Stadion einen zweiten Platz bei den Spielen der Freundschaft 2017. Noch wichtiger aber wohl sind die vielen starken Eindrücke, Fotos und Kontakte, mit denen die Jugendlichen nach Hause gekommen sind. Das wurde deutlich bei einer geselligen Runde der Teilnehmer am Dienstag im Hindenberger Gasthaus "Kartoffelnest". "Wann", sagte beispielsweise Tom Badack (15), "kann man schon Mal Gleichaltrige aus so vielen verschiedenen Nationen kennenlernen."

Die Lübbenauer hatten vor der Reise ihre Hausaufgaben erledigt. Ein Zehn-Minuten-Film wurde gedreht über die Stadt Lübbenau sowie ihr Kultur- und Freizeitangebot und rechtzeitig eingesandt. Leider wurde der Film in Kocevje am Anreisetag Freitag gezeigt, als der Bus aus Lübbenau noch unterwegs war.

Die Stadt liegt etwas abgelegen, so Toms Eindruck, aber schön in der Natur und die Gebäude sind beeindruckend. Erstaunt hat den Neuntklässler am Fahlisch-Gymnasium, dass viele ältere Bewohner recht gut deutsch verstehen. Bei den gemeinsamen Unternehmungen mit den anderen Delegationen am Samstag jedoch ging es nur auf Englisch, so Bastian Scheunemann (15). Die Lübbenauer mussten sich dabei mit ihren Fremdsprachenkenntnissen nicht verstecken und erfuhren unter anderem, dass ihr Film gut angekommen war, erzählt Bastian. Gelegenheit, ihre Stadt mit einer Art Messestand vorzustellen, hatten die Jugendlichen ebenfalls am Samstag auf dem Marktplatz. von Kocevje. Danach erklomm man gemeinsam einen Berg in der Stadt. Abends war Disco und danach war man doch recht erschöpft, erzählt Bastian. Übernachtet haben die Lübbenauer in einer Turnhalle, zusammen mit den Oer-Erkenschwickern.

Bei den Sportwettkämpfen im Stadion am Sonntag kam es dann vor allem auf Geschicklichkeit und Teamwork an, so Jeremy Scheibe, einer von drei Betreuern. Der Student war als Schüler vor sechs Jahren schon einmal in der slowenischen Stadt bei den Spielen der Freundschaft und wusste, worauf es ankommt, um an den einzelnen Stationen möglichst viele Punkte zu sammeln. Gleiches gilt für Chris Hennig, ebenfalls heute Student kurz vor dem Abschluss. Offenbar konnte das Team von der Erfahrung der Beiden profitieren. Denn die Lübbenauer wurden Zweiter hinter dem Gastgeber.

Zum Thema:
Seit Anfang der 1990er-Jahre beteiligen sich Jugend-Delegationen aus Kocevje (Slowenien), North Tyneside (Groß Britannien), Pniewy (Polen), Halluin (Frankreich), Oer-Erkenschwick und Lübbenau an "Spielen der Freundschaft". Ziel dabei ist es, andere Kulturen besser kennenzulernen und den europäischen Gedanken zu leben. Alle zwei Jahre war eine der Städte Gastgeber und übernahm weitgehend die Kosten. 2015 musste Oer-Erkenschwick aus finanziellen Gründen passen. Nunmehr ist die Finanzierung so umgestellt, dass die Kosten jedes Mal auf alle verteilt werden.