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| 02:32 Uhr

Lübbenauer Sieger auf Verliererstraße

Lübbenau. Er könnte so stolz sein, doch Thomas Fron wirkt in diesen tagen ratlos wie selten zuvor. Der Lübbenauer Linken-Politiker hat bei der Wahl am 25. Jan Gloßmann

Mai mit 1509 die meisten Stimmen auf sich vereint.

Und doch ist Fron einer der Verlierer der Kommunalwahl. Denn seine Partei büßte zwei Sitze im Stadtparlament ein, der Stimmenanteil sackte von fast 25 Prozent auf knapp 19 ab, man ist nur noch viertstärkste Kraft.

Thomas Fron wirkt ein wenig konsterniert, wenn die Rede auf die Kommunwalwahl kommt.

"Wir müssen das nochmal auf die Tagesordnung setzten und über Gründe reden." Seine geschrumpfte Fraktion hat ihn ohne Murren im Chefposten bestätigt, doch Fron würde diesen "sofort zur Verfügung stellen, wenn sich zeigt, das der Ausgang der Wahl an der Fraktionsarbeit liegt". Allerdings vermag derzeit niemand zu sagen, was die Gründe sind. "Keiner hat eine Erklärung." Es gilt, dass Kommunalabstimmungen immer vor allem Personenwahlen sind. Für Fron trifft das wohl zu, aber die Konkurrenz von der CDU habe trotz respektabler eigener Kandidaten wohl "nicht umsonst Angela Merkel plakatiert, obwohl die hier gar nicht zu wählen ist".

Frustrierend für einen Kommunalpolitiker sei die Wahlbeteiligung, die bei 46,8 Prozent lag. Mehr als die Hälfte der Lübbenauer Wahlberechtigten interessiert es nicht, wer in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, sinniert Fron.

Schon einige Zeit vor der Wahl habe sich das politische Klima in Lübbenau gewandelt, verstärkt hin zu parteipolitischer Prägung. Da habe sich an dem oft unterschwellig ausgetragenden Streit um die geplante Kita in Eisdorf gezeigt. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine private Kita. Sie könnte möglicherweise an anderer Stelle stehen, vorausgesetzt der Bedarf ist da." Das aber habe die Stadtverwaltung verneint - "und wir haben das geglaubt. War das ein Fehler? Man sollte solchen Informationen seitens der Stadt vertrauen." Jetzt werde man eigenständig und sachlich weiterarbeiten. "Wir werden uns niemandem andienen. Entscheidungen müssen der Stadt gut tun", sagt der Sieger, der etwas verloren wirkt.