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| 13:09 Uhr

Begabtenförderung
Lübbenauer helfen Schwimmtalent

 50 Meter Brust ist John-Paul Kühmels Paradedisziplin.
50 Meter Brust ist John-Paul Kühmels Paradedisziplin. FOTO: Michelle Wegener
Lübbenau. John-Paul Kühmel aus Klein Beuchow bekommt von vielen Seiten Unterstützung — und dankt es mit guten Leistungen. Von Daniel Preikschat

John-Paul Kühmel ist erst zehn Jahre alt, hat aber schon eine beachtliche Pokale- und Medaillensammlung vorzuweisen. Über seinen bisher größten Erfolg konnte sich das Schwimmtalent mit seinen Eltern kürzlich bei der Landesmeisterschaft freuen. Der Schüler wurde in seiner Altersklasse Zweiter über 50 Meter Brust, über 100 Meter immerhin Dritter. Er beherrsche aber auch die anderen Disziplinen, Kraul, Rücken, Delphin.

John-Paul kommt aus dem Lübbenauer Ortsteil Klein Beuchow. Für einen Jungen vom Lande ist es nicht leicht, ausgerechnet ein Schwimmsporttalent zu entfalten. Im Lübbenauer Delphinbad war er beim PSV Lübbenau/Calau, wo Vater Sebastian Trainer ist, erstmal gut aufgehoben. Nunmehr aber erfüllt er in einigen Disziplinen die Nachwuchslandeskadernormen und kann besondere Förderung beispielsweise in Trainingslagern beanspruchen. Seit einem Jahr besucht der junge Lübbenauer überdies die sportbetonte Grundschule in Cottbus, um sich weiter voranzubringen. Sechs Mal die Woche trainiert er beim PSV Cottbus in der Lagune.

 John-Paul zu Hause in Klein Beuchow mit seiner Medaillen-Sammlung.
John-Paul zu Hause in Klein Beuchow mit seiner Medaillen-Sammlung. FOTO: Michelle Wegener / Manuela Kühmel

Die dafür nötige Hin- und Herfahrerei zwischen Klein Beuchow und Cottbus nimmt der lebhafte Junge tapfer auf sich. Doch auch für seine Eltern ist es eine Belastung. Sie müssen die Transporte organisieren und finanzieren. Einen Schülerspezialverkehr bezahlt der Landkreis nicht. Ein Bericht in der RUNDSCHAU indes mit dem Titel „Ochsentour für Schwimmtalent aus Klein Beuchow“ ließ die Lübbenauer nicht kalt. Nach Kräften wurde daraufhin Hilfe angeboten. Eine Lübbenauerin, die in Cottbus arbeitet und etwas übrig hat für den Schwimmsport, nimmt John-Paul morgens regelmäßig in ihrem Auto mit. „Dafür sind wir Conny sehr dankbar“, so Mutti Manuela. Für die Taxifahrten, die darüber hinaus zu bezahlen sind, leistet die Stadt Lübbenau einen Zuschuss aus der Kultur- und Sportstiftung. Die Fahrten zurück übernehmen vor allem Eltern und Großeltern. John-Paul kann aber auch mal in Cottbus übernachten, wenn es später wird – bei der Familie eines Schwimm- und Schulfreundes. Erwähnen möchte Vater Sebastian aber auch die kleineren Hilfen, die geleistet werden. Die Spreewelten zum Beispiel oder das kleine Lübbenauer Modelabel Spreewaldkinder unterstützen mit Gutscheinen und Ausrüstung. Ein regelrechtes Helfernetzwerk für John-Paul hat sich gebildet. „Ich glaube, sonst würden wir das auch nicht schaffen“, so der Vater.

Sebastian Kühmel freut sich aber auch darüber, dass sein Sohn mit guten Leistungen zurückzahlt. Nicht nur im Becken ist er erfolgreich. Auf dem Zeugnis, das es kürzlich gab, standen „drei Einsen, sonst nur Zweien“, sagt John-Paul.

Seine Eltern wollen keinen Druck ausüben auf ihren Sohn. Ob er im kommenden Jahr Landesmeister wird in seiner Paradedisziplin Brustschwimmen, ob er vielleicht sogar die Qualifikation schafft für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften  – das sei nicht so wichtig. Entscheidend sei nur, dass John-Pauls schulische Leistungen weiterhin stimmen und er Freude hat am leistungsorientierten Schwimmen. Wie weit ihn sein Talent möglicherweise mal bringt, das werde man sehen.