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Lübbenauer Schüler simulieren Bundestagswahl

Emily Hauck und Aleksandr Rehner mit dem Wahlzettel für die Juniorwahl 2017 zum Deutschen Bundestag.
Emily Hauck und Aleksandr Rehner mit dem Wahlzettel für die Juniorwahl 2017 zum Deutschen Bundestag. FOTO: Daniel Preikschat
Lübbenau. Gymnasiasten beteiligen sich an deutschlandweiter Juniorwahl. Im Unterricht haben sie politische Aufregerthemen diskutiert. Daniel Preikschat

Emily Hauck ist fest entschlossen. Mit zwei der drei Kandidaten für den Bürgermeisterposten in ihrer Heimatstadt Vetschau hat die 17-Jährige sprechen können. Hinter dem Namen von einem der beiden Bewerber werde sie am 24. September ihr Kreuzchen machen. Noch nicht beteiligen jedoch darf sie sich an dem Sonntag an der Bundestagswahl. Schade eigentlich. Wüsste sie doch schon jetzt ganz genau, wie sie ihre beiden Stimmen verteilen würde.

Kleiner Trost für Emily. Bei der Juniorwahl, an der bis zum 22. September eine Million Schüler an 3500 Schulen bundesweit teilnehmen, durfte sie zumindest virtuell wählen. An ihrer Schule, dem Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau, waren rund 200 Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 im Fach Politische Bildung dazu eingeladen. In der Wahlkabine rief jeder Schüler den Stimmzettel für den Wahlkreis 62 am Computer auf - und kreuzte per Mausklick an.

Vor dem Wahlgang selbst jedoch, so Lehrerin Bärbel Dahlitz, sei im Unterricht deutlich gemacht worden, warum Wahlen wichtig sind für Demokratien. Weiter wurde erklärt, wie sie ablaufen und organisiert werden oder auch, was es mit Erst- und Zweitstimme auf sich hat. Die Schüler konnten sich Programme von Parteien ansehen, sich mit Standpunkten der Bundestagskandidaten vertraut machen.

Daraufhin, so Schüler Aleksandr Rehner, sei durchaus angeregt diskutiert worden - zum Beispiel über die Integration von Flüchtlingen oder auch über das bedingungslose Grundeinkommen. "Da gab es unterschiedliche Meinungen."

Aleksandr darf wie Mitschülerin Emily am 24. September ebenfalls einen Bürgermeister wählen. Er wohnt in Calau, wo sich zwei Bewerber anbieten. Mit seinen 18 Jahren macht er aber auch schon bei der Bundestagswahl mit. Wer seine Erststimme bekommt und wer seine Zweitstimme, das ist dem Jugendlichen bereits klar.

Schulleiter Matthias Lösche und seine Kollegen mussten über eine Beteiligung ihrer Gymnasiums an der Juniorwahl nicht lange nachdenken: "Das ist erlebte Demokratie und uns sehr wichtig."