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Schülerverkehr
Stress für Schüler, Eltern, Lehrer

Ankunft Poststraße laut Plan: 7.35 Uhr. Tatsächlich hielt der Schulbus am gestrigen Dienstag erst um 8 Uhr vor dem Jenaplanhaus.
Ankunft Poststraße laut Plan: 7.35 Uhr. Tatsächlich hielt der Schulbus am gestrigen Dienstag erst um 8 Uhr vor dem Jenaplanhaus. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Lübbenau. Busse bringen Lübbenauer Grundschüler regelmäßig zu spät zum Unterricht.

Dienstag, 8 Uhr an der Poststraße in Lübbenau: Ein Bus der Linie 602 rollt in die Haltebucht vor dem Jenaplanhaus. Grundschüler stürmen aus dem Bus, werfen sich sich im Laufen den Ranzen auf den Rücken. Sie sind heute wieder zu spät dran. Der Unterricht hat schon vor einer Viertelstunde begonnen. Fast schon Normalität in den letzten Wochen an der Traugott-Hirschberger-Grundschule.

Seit Ende der Herbstferien schon werden die auswärtigen Grundschüler aus Ragow, Beuchow, Radden, Zerkwitz und Hindenberg mit fast einer halben Stunden Verspätung zum Unterricht in die Lübbenauer Altstadt gebracht. 53 der 194 Kinder in der Einrichtung immerhin sind „Busschüler“, so Schulleiterin Bettina Gulbin. „Das setzt uns alle enorm unter Druck und verursacht viel Stress“, sagt sie. Die Lehrer müssten zusehen, wie sie trotz Zeitverzugs den Unterrichtsstoff vermitteln.

Und die Kinder, so Bettina Gulbin weiter, kämen gehetzt in die Klasse. An den Haltestellen auf den Dörfern müssen sie lange warten, weil die Busse bereits dort spät ankommen. Eltern fahren sie mitunter schon selbst, wie eine Mutter aus Ragow erzählt. Sie habe kürzlich vier Kinder zur Hirschberger-Grundschule gebracht, ihr eigenes und noch drei andere aus dem Dorf.

Eltern und Lehrer wollen diese ständigen Verspätungen nicht länger hinnehmen. Schon gar nicht angesichts der kalten Wintermonaten, die nun bevorstehen. Über jede Verspätung werde der Landkreis informiert, verbunden mit der Aufforderung, für Abhilfe zu sorgen. Das Busunternehmen sei Dienstleister für den Landkreis. Man könne von ihm erwarten, dass er die Schüler pünktlich und wohlbehalten ans Ziel bringt, so Bettina Gulbin. Doch bisher gab es aus Senftenberg keine zufriedenstellende Antwort.

Auch die Auskunft der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz auf RUNDSCHAU-Nachfrage lässt nicht darauf schließen, dass die Schulbusse kurzfristig pünktlicher kommen. Es wird verwiesen auf die Vollsperrung der Kraftwerkstraße und die damit verbundenen Umleitungsfahrten sowie auf die langen Schrankenschließzeiten in Lübbenau. Hinzu komme ein „enorm hoher Krankenstand“ beim Auftragsunternehmen KVG (Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck mbH). Zwar werde die Kraftwerkstraße demnächst freigegeben. Doch dann beginne der Bau des Kreisverkehrs am Roten Platz, der ebenfalls wieder Umleitungen zur Folge haben dürfte.

Pünktlicher geworden sind bisher nur die KVG-Busse, die Traugott-Hirschberger-Grundschüler in die Neustadt zum Schwimmen und zum Sport bringen. Im September sei es auf diesen Strecken ebenfalls zu Verpätungen gekommen, bestätigt die Leiterin Verkehrsplanung bei der Verkehrsgesellschaft. Daraufhin habe die Stadt Lübbenau mit Nachdruck Pünktlichkeit eingefordert, wie auch Rathaus-Sprecherin Mandy Kunze bestätigt. Denn für diese Fahrten gebe es einen zwischen Stadt und KVG vertraglich vereinbarten Schülerverkehr.

Kaum Einfluss nehmen aber könne die Stadt auf die Verspätungen der Schulbusse im Linienverkehr, so Mandy Kunze weiter.Im Lübbenauer Rathaus habe man den Landkreis ebenfalls nur auf das Problem hinweisen können.