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Lübbenauer Mobilkräne drehen sich in Duben

Beim Bau der Justizvollzugsanstalt bei Duben heben die Lübbenauer Kräne die Betonelemente für das Hauptgebäude an Ort und Stelle.
Beim Bau der Justizvollzugsanstalt bei Duben heben die Lübbenauer Kräne die Betonelemente für das Hauptgebäude an Ort und Stelle. FOTO: Foto: Roland Hottas
Lübbenau.. Mit 17 Mitarbeitern behauptet sich eine Firma am Markt, die ihren Sitz in der Spreewaldstadt hat. Ihre Vorliebe sind schwergewichtige Sachen. Sie zu heben oder über weite Distanzen zu transportieren zählt zum Job der Spreewälder. Von Bernd Töpfer

Die Zeit ist knapp. Nahezu pausenlos klingelt das Telefon bei Helmut Gwiszcz. „Was wollt ihr heben„ Und wo“ Ich bestelle einen Kran, aber das klappt erst morgen, weil alle Fahrzeuge unterwegs sind“ , erklärt der Geschäftsführer des Unternehmens kurz und knapp, aber verlässlich, dem Anrufer. Daneben sitzt Lothar Halkow, ebenfalls Geschäftsführer, und nickt zustimmend. „So geht das oft. Die Telefone klingeln sich heiß und schnell muss etwas erledigt werden“ , bestätigt er.
Weder dem Büro noch den beiden Chefs des am ersten Januar 1991 gegründeten Unternehmens ist auf den ersten Blick anzusehen, wie viele Tonnen sie schon bewegt haben. Oder vielmehr ihre Mitarbeiter mit der Technik. Krantrans Lübbenau verfügt über sieben Kräne. Sie können Lasten bis zu 180 Tonnen heben. „Das Krangeschäft ist auch der Schwerpunkt unseres Wirkens“ , erklärt Lothar Halkow. So drehen sie sich beispielsweise auf der Baustelle der neuen Justizvollzugsanstalt in Duben. „Nicht nur die Mauerelemente, bei denen eins bis zu 17 Tonnen Gewicht auf eine Waage bringen würde, haben wir gesetzt. Gegenwärtig entstehen die Hauptgebäude mit Lübbenauer Unterstützung“ , erläutert Helmut Gwiszcz.
Die blauen Autos und Krane aus der Spreewaldstadt waren in der Vergangenheit auf vielen Baustellen Zuhause. Ob bei CargoLifter in Brand, bei der Sanierung der längst abgeschalteten Kraftwerke und oder dem Rückbau von Anlagen, schwere Lasten gab es oft zu heben.
Den Einstand hatte das Lübbenauer Unternehmen beim Bau des Kolosseums in der Neustadt gegeben. Darüber hinaus waren die Spreewälder Schwerlastheber beim Bau vieler Märkte und Tankstellen in der Region beschäftigt und hatten in der größten Bauphase Arbeit für 38 Leute.
Doch nicht nur mit den Mobilkränen sind die Spreewälder auf Baustellen zu finden. Ein weiteres Standbein sind Schwerlasttransporte, die mit den firmeneigenen Tiefladern über die Autobahnen Deutschlands rollen oder Schüttgut fahren.
Der Heberekord in diesem Jahr liegt übrigens bei 80 Tonnen. Im italienischen Feinsteinwerk bei Vetschau musste im Frühjahr eine Presse stationiert werden. Das rund 80 Tonnen schwere Gerät wurde passgenau eingebaut.
Allerdings treibt die wirtschaftlich ausgedünnte Region auch die Sorgenfalten auf die Stirn der beiden Chefs. Aufträge werden rarer. So etwas wie bei Baruth müsste hier entstehen, wo ein riesiger Holzverarbeitungskomplex errichtet wurde, sagt Lothar Halkow. Und mit den heimischen Politikern sind die Firmenchefs überhaupt nicht zufrieden. „Warum gibt es keinen Lokalpatriotismus bei der Auftragsvergabe?“ , fragt Halko. „Hier wird bei den Ausschreibungsverfahren auf die sechste Stelle nach dem Komma geguckt, so geht es nicht“ , ergänzt Helmut Gwiszcz.

Zum Thema Krantrans Lübbenau
 Die Krantrans Gwiszcz und Halkow Transport Gmbh hat ihren Sitz auf dem Gewerbegebiet am Spreewalddreieck (Kraftwerksgelände) und ist über die Telefonnummer 03542/43670 zu erreichen. Neben dem Kran- und Transportgeschäft läuft auf dem Firmengelände, das sich an der alten Wache des Kraftwerkes befindet, eine Werkstatt für LKW und PKW. Auch ein Reifendienst zählt dazu.