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Lübbenauer Logistiker protestieren in Berlin

Gewerkschafter haben gestern in Charlottenburg für die Lohnangleichung protestiert.
Gewerkschafter haben gestern in Charlottenburg für die Lohnangleichung protestiert. FOTO: Plechte
Lübbenau/Berlin. Kaufland-Gewerkschafter sind aus dem Spreewald mit Bussen nach Berlin gefahren. Die Tarifverhandlungen sind ins Stocken geraten. red/bt

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des Einzelhandels in Berlin und Brandenburg dazu aufgerufen, die Arbeit am gestrigen Freitag niederzulegen. Der ist Appell an die Mitarbeiter von Galeria Kaufhof, Kaufland, H&M, Rewe/Penny, Thalia, IKEA, Real und Zara ergangen, wie die Gewerkschaft in einer Presseinformation mitteilte. Hintergrund des erneuten Streiks sind die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit dem Handelsverband um die Tarife.

Am Freitagvormittag haben sich dazu die Gewerkschafter zu einer Versammlung in Berlin-Charlottenburg getroffen. "Rund 130 Mitarbeiter aus dem Kaufland-Logistikzentrum in Lübbenau waren dabei. Sie sind mit drei Bussen in die Bundeshauptstadt gefahren", sagte die Verdi-Geschäftsführerin Heike Plechte aus Cottbus. "Aufgrund der heute fehlenden Mitarbeiter in Lübbenau gerät das Logistikzentrum mit der Auslieferung mächtig in Verzug", ergänzte Heike Plechte gegenüber der Lausitzer Rundschau.

Schon nach der vorigen Verhandlungsrunde im Juli hatte die Dienstleistungsgewerkschaft zu einem Warnstreik aufgerufen, an dem sich etwa 600 Angestellte beteiligt hatten. Anfang der Woche sitzen die Verhandlungsführer wieder zusammen. Dann beginnt die nächste Verhandlungsrunde. Inhaltlich geht es für die Beschäftigten im Land Brandenburg, eine Angleichung an die Tarife in Berlin zu erreichen. Beispielsweise liegen die hiesigen Mitarbeiter bei Sonderzahlungen 400 Euro unter den Berliner Verhältnissen.

Neben der Ost-West-Angleichung bei den Sonderzahlungen fordern die Kaufland-Mitarbeiter einen Euro mehr pro Stunde, was einer Gehaltssteigerung von sechs Prozent entsprechen würde. Bei den jüngsten Tarifverhandlungen kamen Arbeitgeber und -nehmer aber nicht mal in die Nähe einer Einigung, war von der Gewerkschaft zu erfahren. Die Hoffnungen werden jetzt auf die neue Runde gesetzt.