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Lübbenauer Hochhaus-Geheimnisse

Das Spreewaldhaus in der Lübbenauer Neustadt, 1965 übergeben, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Das Spreewaldhaus in der Lübbenauer Neustadt, 1965 übergeben, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Im geschichtsträchtigen Lübbenauer Geburtstagsjahr machen Schüler aus der Stadt "Zeitsprünge": Eine Gruppe beteiligt sich unter der Leitung der Lübbenaubrücke an einem Vorhaben des Landesjugendringes. Ziel der jungen Forscher ist das Spreewaldhaus. Jan Gloßmann

Wer weiß, vielleicht treffen sie ja auch in Lübbenau auf Jette und August Deibelschmidt. Die beide Wirtsleute sorgten einst für Wirbel beim "Spuk im Hochhaus", einer Kinderserie des Fernsehens der DDR. Diese wurde in Berlin gedreht - für die Lübbenauer bleiben so genügend Geheimnisse, die sie dem Spreewaldhaus entlocken können. "Spuk im Hochhaus" ist denn auch der Titel des Forschungsvorhabens, das die Fünftklässler Mitte April in Lübbenau angehen. "Die Serie ist für uns der kindgerechte Einstieg", sagt Michael Hensel von der Lübbenaubrücke, der die acht Mädchen und Jungen im Alter von elf und zwölf Jahren betreut. Sie werden im Deutschen Rundfunk- und Filmarchiv in Potsdam nach der Serie forschen, werden Parallelen zwischen Film und Realität aufspüren, Interviews mit Zeitzeugen führen, sich beschäftigen mit der Frage: Was war die DDR und warum gibt es sie nicht mehr? Weitere Forschungen werden die Kinder im Archiv der Arbeitsgruppe Zeitgeschichte der Lübbenaubrücke vornehmen.

Das Spreewaldhaus wurde ebenso wie der Rote Platz und das "Kaufhaus des Friedens" 1970 fertiggestellt, geht aus der Stadtchronik hervor. 50 Jahre sind ein zusätzlicher Anlass, sich mit der Historie des markanten Hauses zu beschäftigen - zumal sein Zwilling in der Straße der Jugend vor Jahren abgerissen wurde.

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Zum Thema:
Start für die Spurensuche der Lübbenauer ist am 16. April. Da trifft sich die Gruppe erstmals im Kulturzentrum Gleis 3, also unweit des Hochhauses. Die Lübbenauer Spurensuche ist eine von insgesamt 25 im Land Brandenburg. Sie wurden von einer Jury ausgewählt. Jede Gruppe erhält für die Arbeit mit Fahrten zu Gedenkorten oder für Workshops 1100 Euro. Die Ergebnisse sollen auf der Jugend-Geschichtsmesse im November in Potsdam präsentiert werden.