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| 15:58 Uhr

Zurück in der Heimat
Unter der Flagge der Vereinten Nationen im Einsatz

 Robert Habermann aus Lübbenau hat dieses Schild während seines Blauhelm-Einsatzes in Mali im Camp angebracht.
Robert Habermann aus Lübbenau hat dieses Schild während seines Blauhelm-Einsatzes in Mali im Camp angebracht. FOTO: privat / Guido Ritter
Lübbenau /Gao. Der Lübbenauer Robert Habermann beendet seinen achten Ausland-Einsatz. Er ist überzeugt, dass die Truppe „Gutes für die Menschen in Mali bewirkt hat“.

(red) 3490 Kilometer sind es von Gao nach Lübbenau. So steht es auf einem Wegweiser mitten in der Wüste von Mali. Oberstleutnant Robert Habermann aus Lübbenau hat ihn während seines Blauhelm-Einsatzes dort angebracht.

Mehrere Monate war der Lübbenauer mit rund 850 deutschen Soldaten in der malischen Wüste eingesetzt. Seine Kameraden und er haben ihren Dienst bei Temperaturen von weit über 40 Grad geleistet. Der feine rote Sandstaub war ihr täglicher Begleiter. Er hat sich auf alles gelegt – auf die Fahrzeuge, die Zelte, die Uniformen, die Menschen. Sie haben zusammen Weihnachten in der Wüste gefeiert. Jetzt sind ihre Nachfolger von den Gebirgsjägern da – Zeit für Habermann, Abschied von Mali zu nehmen.

Der Auftrag schweißt zusammen

 Kinder freuen sich besonders , wenn sie Leute wie den Lübbenauer treffen.
Kinder freuen sich besonders , wenn sie Leute wie den Lübbenauer treffen. FOTO: privat / Guido Ritter

„Die äußeren Bedingungen und der Auftrag hier haben uns schon zusammengeschweißt.“, sagt der 47-jähriger Spreewälder und ergänzt: „Wenn wir hier zu dritt in einem handtuchgroßen Büro ohne Fenster arbeiten oder die Soldaten bei den Temperaturen voll bepackt durch die Wüste marschieren, zählt einfach die Gemeinschaft, nicht der Einzelne.“

 Der Auftrag der deutschen Blauhelme in Mali ist klar. Täglich sind sie unter der Flagge der Vereinten Nationen auf Patrouillen im Land unterwegs, mit ihren Panzern oder zu Fuß. Sie führen Gespräche mit den Menschen und beobachten, welche Veränderungen es im Land gibt. Ihre Erkenntnisse tragen dazu bei, dass die Vereinten Nationen und die malischen Sicherheitsbehörden erkennen können, wer oder was die Sicherheit der Menschen im Land bedroht.

Vielfältige Bedrohungen

Und diese Bedrohungen für die Menschen in Mali sind vielfältig: Menschen-, Waffen- und Drogenschmuggler machen ihnen das Leben schwer. Terroristen untergraben mit tödlichem Kalkül die Autorität des Staates und schüchtern die Menschen ein. Alte Stammesrivalitäten brechen auf. Hirten streiten sich mit Ackerbauern um Wasser und Weidegründe und das auch mit tödlicher Gewalt.

 Das wurde auch jüngst wieder deutlich, als die Übergriffe zwischen den Stämmen in Zentralmali zu vielen Opfern geführt haben, allein in der zentralen Bankass-Region mit bis zu 160 Toten an einem Tag.

„Natürlich zeigen uns die verschiedenen jüngsten Ereignisse, dass wir sehr aufmerksam bleiben müssen, dass diese Mission gefährlich ist und dass wir in unseren Bemühungen, die Sicherheit in Mali für die Menschen greifbar zu machen, nicht nachlassen dürfen“, ist  Habermann überzeugt.

Gastfreundlichkeit und Respekt

Jetzt ist der Blauhelm-Einsatz von Oberstleutnant Habermann  vorbei. In diesen Tagen ist  er wieder zu seiner Familie zurückgekehrt. „Das war anstrengend.“, sagt er,  „Aber es war auch voller unvergesslicher Eindrücke. Mali hat zwar noch einen weiten Weg vor sich. Doch ich bin überzeugt davon, dass wir als Teil der Vereinten Nationen Gutes für die Menschen bewirkt haben.“

Was er mitnimmt aus dem Land? „Wir sind Fremde in diesem Land und wurden überall so freundlich begrüßt, wie ich es selten erlebt habe. Die Menschen in Mali sprechen mit großer Hochachtung von uns Deutschen“, berichtet der erfahrene Offizier und fügt hinzu: „Gastfreundlichkeit gegenüber dem Fremden, Respekt vor dem Anderen  –  ich finde, wir Deutschen können uns da eine große Scheibe abschneiden.“

Frieden und Sicherheit in Mali

 Habermann war jetzt in seinem achten Auslandseinsatz für die Bundeswehr. Er war mehrfach in Afghanistan, im Irak, auf dem Balkan oder auf See. Dieses Mal setzte er den blauen Helm der Vereinten Nationen auf und ging nach Mali. Wieder eine neue Erfahrung: „Mali ist ein Land, das sich in vieler Hinsicht positiv von anderen unterscheidet. Die Menschen nehmen ganz deutlich Anteil an dem, was in ihrem Land passiert“, so der Lübbenauer. Es gebe Musikfestivals, und die Menschen demonstrierten für eine bessere Regierungsführung oder für mehr Verkehrssicherheit, für Frauen- und Minderheitenrechte.
Robert Habermann hat seine Gedanken für die RUNDSCHAU aufgeschrieben.

 Robert Habermann aus Lübbenau hat dieses Schild während seines Blauhelm-Einsatzes in Mali im Camp angebracht.
Robert Habermann aus Lübbenau hat dieses Schild während seines Blauhelm-Einsatzes in Mali im Camp angebracht. FOTO: privat / Guido Ritter