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| 17:28 Uhr

Wohnungswirtschaft
Lübbenauer feiern ihren WIS-Chef

Viele Hände zu schütteln hatte Michael Jakobs am Montag in der Bunten Bühne.
Viele Hände zu schütteln hatte Michael Jakobs am Montag in der Bunten Bühne. FOTO: WIS Wohnungsbaugesellschaft im S / Mareen Kopsch
Lübbenau. Seit nun 20 Jahren leitet Michael Jakobs die Geschicke des größten Vermieters der Stadt. Von Daniel Preikschat

Es war eine Überraschung der angenehmen Art, die Michael Jakobs am Montag in Lübbenau erlebte. Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) lotste den Geschäftsführer der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH in die Bunte Bühne, ohne zu verraten, was ihn dort erwarteten würde. Als Jakobs dort an die 100 ihm gut bekannte Kollegen, Geschäftspartner und Freunde erkannte, schwante ihm wohl, dass sein Jubiläum gefeiert werden würde.

Seit 20 Jahren ist Michael Jakobs nun schon Geschäftsführer der WIS. „Mit modischem Oberlippenbart“, so Helmut Wenzel in seinem launigen Grußwort an diesem Abend, bewarb sich der junge, dynamische Abteilungsleiter für Vermietung und Finanzierung bei der GeWoBau in Potsdam in der Spreewaldstadt um den neuen Posten. Beim Führen der Geschäfte der WIS allein jedoch, obschon erfolgreich, beließ es Jakobs nicht. Im Laufe seiner Lübbenauer Jahre wurde Jakobs auch „Bahnhofsvorsteher, Pensionsbetreiber, Bad- und Zoodirektor, Messdienstleister und Gastronom“, zählte Wenzel auf.

Damit spielte der Bürgermeister, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des städtischen Wohnungsunternehms ist, auf die weiteren Chefposten von Michael Jakobs an. Ist er doch im Lauf seiner Lübbenauer Jahre auch Geschäftsführer der WIS-Töchter SIS Servicegesellschaft, Spreewelten GmbH und Bekotec geworden. Wenzel lobte weiter das Gespür von Jakobs, „aus einem städtebaulichen Missstand etwas Besonderes mit Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln“.

Eine Fülle von Beispielen dafür finden sich in einem Geschäftsbericht der WIS für diesen 20-Jahre-Zeitraum. Der nüchtern klingende Titel lässt nicht vermuten, dass es sich eher um ein Foto-Album handelt. Zu sehen sind beispielsweise Bilder vom Spreewiesenfest nach Fertigstellung des Quartierumbaus oder vom Umbau des Hochhauses II zum Servicewohnen mit Concierge am Roten Platz 2005. Ab 2006 betreibt die WIS-Tochter Spreewiesel im Lübbenauer Bahnhof einen Pensionsbetrieb mit künstlerisch gestalteten Zimmern. Im Jahr 2007 übernahm die WIS die Bäder der Stadt. Ein Jahr später kann man in den Spreewelten mit Pinguinen schwimmen. 2009, Jakobs trägt längst keinen Oberlippenbart mehr, wird eine alte Kaufhalle zum „Haus der Harmonie“ umgebaut. 2010 bekommt die WIS den Deutscher Bauherrenpreis für das Spreewaldhaus und gründet den Messdienstleister Bekotec GmbH.

Auch in den Folgejahren gingen Jakobs und seinem Team die Ideen nicht aus. Aus dem ehemaligen Wäschestützpunkt in der Dr.-Albert-Schweitzer-Straße wird 2010 ein WIS-Kindertreff, 2014 und 2015 bieten WIS und AWO Senioren „gepflegt Wohnen“-Objekte an mit Service und Betreuung auf Wunsch. 2017 erst leistet sich die WIS einen neuen modernen Geschäftssitz am Oer-Erkenschwick-Platz.

Auf humorvolle Art wurden am Montag in der Bunten Bühne die von Wenzel so genannten „großen Spuren“, die Jakobs hinterlassen hat, nochmals abgeschritten – auf einem (Michael) Jakobsweg. Der Geschäftsführer wurde für die Dauer der Vorführung zum Pilger. Dass er bald außerdem zu einem Lübbenauer wird, verriet Helmut Wenzel in seiner Rede. Mit Frau Anja habe Michael Jakobs ein attraktives Grundstück mitten in der Altstadt erworben. „Endlich“ wolle der WIS-Mann auch dort wohnen, wo er bisher nur gearbeitet hat.