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Lübbenauer Eltern kämpfen für Grundschulen

Liste für den Erhalt von Hirschberger- und Jenaplanschule.
Liste für den Erhalt von Hirschberger- und Jenaplanschule. FOTO: dpr
Lübbenau. Stadtverwaltung und -verordnete kommen bei der Diskussion um die Schulentwicklungsplanung für Lübbenau unter öffentlichen Druck. Eltern haben innerhalb weniger Tage 1000 Unterschriften für den Erhalt der beiden Grundschulen in der Lübbenauer Altstadt gesammelt. Daniel Preikschat

Vor der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 19. Juli soll die Liste im Rathaus übergeben werden.

800 gültige Unterschriften brauche es, damit sich die Stadt mit dem Anliegen der Elterninitiative befasst. Dies entspreche fünf Prozent der wahlberechtigten Bürger in der Stadt, erklärt Michael Börner. Der Altstadtbewohner aus der Dammstraße hat zwei Kinder im Grundschulalter - und er kann die Diskutiererei um mögliche Schulumzüge in der Stadt nicht mehr verstehen. Für ihn ist klar: Die Neustadt von Lübbenau braucht eine Regelgrundschule, die Altstadt aber auch. Schließlich soll der Anspruch "Kurze Wege für kurze Beine" in Lübbenau nicht zur hohlen Phrase verkommen. Genau diese Gefahr sehen außer den Börners in Lübbenau mittlerweile offenbar auch sehr viele andere Eltern. Den letzten Anstoß für sie, öffentlichen Druck mittels Unterschriftenaktion auszuüben, gab am 21. Juni der Hauptausschuss. Sie nahmen nach der Sitzung den Eindruck mit: Die Stadtverwaltung will auf Teufel komm raus das leer stehende Oberstufenzentrum in der Neustadt beschulen. Ob dort die Hirschberger-Schule einzieht oder die Jenaplanschule scheint zweitrangig.

Unter anderem mit Sebastian Drabow, Stephanie Wolke und dem Ehepaar Christiansen, alle aus der Altstadt, wurde daraufhin sehr schnell der "Einwohnerantrag nach Einwohnerbeteiligungsgesetz" auf den Weg gebracht. Vor Grundschulen und an öffentlichen Plätzen legten die Eltern die Unterschriftenlisten aus und sprachen Menschen an. Begleitend wurde eine Facebook-Seite angelegt, um die Diskussion weiter zu befördern. Mit dem Ergebnis, dass Michael Börner "optimistisch" ist, die nötige Mindestzahl gültiger Unterschriften locker zu erreichen.

Stephanie Wolke und Ricarda Christiansen sehen es so: Je länger die Stadtverordneten zögern, den Erhalt der Altstadt-Standorte zu beschließen, desto größer ist die Gefahr, dass Schulen gegeneinander ausgespielt werden könnten.

CDU-Mitglied Thilo Christiansen erscheint der Vorschlag der CDU-Fraktion vernünftig, die Hirschberger-Schule am alten Standort neu zu bauen. Und zwar so, dass dort künftig zwei Klassen pro Jahrgangsstufe unterrichtet werde können statt nur einer Klasse. Damit würde sich die angespannte Raumsituation an allen drei Grundschulen der Stadt entspannen. Der Neubau koste viel Geld, das aber für die Bildung der Kinder erübrigt werden sollte. Für Tourismus, so Christiansen, gebe die Stadt auch Millionen Euro aus.

Eher hinter den Kulissen verfolgt derweil die Elternkonferenz der Hirschberger-Schule das gleiche Ziel wie die Initiative. "Wir sind für den Erhalt einer Regelgrundschule in der Altstadt", betont Camillo Habermann. Dabei wolle man jedoch "sachlich-demokratisch" vorgehen, in Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Stadtverordneten. Die Elternkonferenz, so Habermann, arbeitet schon länger daran, die Standorte der Altstadt-Grundschulen langfristig zu sichern.