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Lübbenau
DRK-Sozialstation wird ausgebaut

Frühstück in der Suppenküche des DRK in Lübbenau
Frühstück in der Suppenküche des DRK in Lübbenau FOTO: Kuschy / LR
Lübbenau. Lübbenau rechnet mit 2,25 Millionen Euro Kosten und hofft auf 90-prozentige Förderung.

Renate Günzel ist mehrmals in der Woche in der DRK-Suppenküche anzutreffen. Ihre Kinder sind längst aus dem Haus, und für sich allein zu kochen, das lohne sich nicht, erzählt sie. Im Speiseraum trifft sie sich mit diesem und jenem, sie teilen ihre Sorgen und Freuden. Diesmal frühstückt sie dort mit Milena Barth.

Aber die Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes mit Suppenküche, Möbel- und Kleiderkammer, Pflegestation und Obdachlosenheim an der Rudolf-Breitscheid-Straße ist abgelebt und braucht dringend eine Erneuerung.Die Außenanlagen sind marode, die Betriebskosten für das energetisch bedenkliche Gebäude aus den vergangenen Jahrzehnten zu hoch. Der Bautyp ist etwa der gleiche wie der benachbarte der Arbeiterwohlfahrt. Er ist bereits saniert.

Kerstin Schäfer vom Grundstücks- und Gebäudemanagement der Stadtverwaltung Lübbenau kündigt einen Ausbau des gesamten Gebäudekomplexes nicht vor Ende 2018 an. Gerechnet werde mit Kosten in Höhe von 2,25 Millionen Euro. Unterwegs nach Potsdam ist ein 20-seitiger Antrag auf Förderung aus dem Topf „Soziale Integration im Quartier“. Auf diesen Topf passe der „Deckel“ Lübbenau ganz genau, sind sich die Mitglieder des Sozialausschusses sicher und gehen demzufolge von einer 90-prozentigen Förderung dieses Vorhabens aus. Voraussetzung für den Bau ist freilich ein tragfähiges langfristiges Finanzierungs- und Betreiberkonzept.

Drei Varianten, wie die Sozialstation angefasst werden soll, wurden schon im vergangenen Jahr diskutiert: der Ausbau des vorhandenen Gebäudekomplexes, ein zusätzlicher Neubau sowie der Ausbau des Vorhandenen mit einer Aufstockung. Entschieden hat man sich für Variante 1, die auch bei Gesprächen mit allen Nutzern favorisiert wurde. Denn die jetzigen Räume würden ausreichen. Erschlossen werden soll die Sozialstation künftig von der Albert-Schweitzer-Straße aus. Seitlich des Eingangs entstehen Parkplätze, die bei Bedarf erweitert werden können.

Im Erdgeschoss des Obdachlosenheims werden neben Pförtner zum Beispiel Gemeinschaftsbereich und das Nachtasyl mit Dusche und Sanitärbereich untergebracht sein. Im Obergeschoss entstehen verschieden große Zimmer für insgesamt etwa 30 Personen. Nach Angaben von Kerstin Schäfer bleibt die Pflegestation mit Schwesternzimnmer und Büros im Zwischenbau. Die Suppenküche im Obergeschoss werde vergrößert. Ihren Platz im Obergeschoss würden auch wieder die Kleiderkammer sowie die Schuldner- und Insolvenzberatung bekommen. Allerdings müsse die vorhandene Treppe abgerissen und eine neue an anderer Stelle gebaut werden. Der zweite Rettungsweg werde über das Dach des Zwischenbaus geführt. Damit erspare man sich eine Außentreppe.

Außenansicht der Lübbenauer DRK-Sozialstation
Außenansicht der Lübbenauer DRK-Sozialstation FOTO: Kuschy / LR