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| 08:01 Uhr

Tourismus im Spreewald
Für die Lübbenauer geht im Tourismus noch mehr

 Die Lübbenauer Ortsteile hatten 2018 kaum weniger Übernachtungsgäste als die Stadt Lübbenau selbst. Vor allem Lehde und Leipe erwiesen sich erneut als attraktiv für Touristen.
Die Lübbenauer Ortsteile hatten 2018 kaum weniger Übernachtungsgäste als die Stadt Lübbenau selbst. Vor allem Lehde und Leipe erwiesen sich erneut als attraktiv für Touristen. FOTO: dpa / Lisa Ducret
Lübbenau. In der Spreewaldstadt sollen gute Besucherzahlen noch gesteigert werden. Wie das gehen soll, wurde kürzlich erläutert. Von Daniel Preikschat

Der typische Lübbenau-Besucher ist 36 bis 55 Jahre alt, kommt aus Sachsen und übernachtet zwei Mal in der Spreewaldstadt in einer Ferienwohnung. Das ergibt sich aus einer Auswertung der Kur- und Tourismusbeiträge für das vergangene Jahr, die kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung sowie auch beim Stadtforum vorgestellt wurde.

Zur Erklärung: Die Kurbeiträge entrichten die übernachtenden Touristen. Knapp 450 000 Euro nahm die Stadt 2018 ein, etwas mehr als in den Jahren zuvor. Leicht gesunken gegenüber dem Vorjahr hingegen ist 2018 der Tourismusbeitrag, den wiederum Unternehmen abführen, die von den Gästen profitieren. Rund 305 000 Euro waren es 2018, jedoch 336 00 Euro im Jahr 2017. Erfreulich für die Lübbenauer: Die Zahl der Übernachtungsgäste stieg 2018 um gut zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit bleibt Lübbenau im Spreewald mit knapp 115 000 Übernachtungsgästen die Nummer zwei hinter Burg (178 471), lässt aber Lübben (58 928) und Vetschau (16 634) klar hinter sich.

Der Anstieg der Besucherzahl verdankt sich ganz offensichtlich dem verbesserten touristischen Angebot in den Wintermonaten, wie aus der Statistik weiter hervorgeht. Denn nur im ersten und vierten Quartal des Jahres hatte Lübbenau deutlich mehr Gäste als noch 2017. Ebenfalls interessant dabei: In den 13 Ortsteilen übernachten kaum weniger Besucher als in Lübbenau selbst.

Wobei erwartungsgemäß vor allem die beiden touristisch gut entwickelten und idyllisch gelegenen Spreewalddörfer Lehde und Leipe aufgesucht wurden. Doch auch in Groß Beuchow, wo seit einigen Jahren in einem sanierten Schloss übernachtet werden kann, sowie in Hindenberg und Zerkwitz wurden fünfstellige Zahlen erreicht.

Aus Sicht von Jürgen Othmer, Leiter des Kooperationsprojekts Lübbenaubrücke, konnte in Lübbenau die Qualität der touristischen Angebote verbessert werden. Die Leistungsanbieter setzten verstärkt auf Individualisierung, auf Inszenierung, Vernetzung und Themensetzung. Nirgendwo gebe es mehr zertifizierte Qualitätsbetriebe als in Lübbenau.

Hilfreiche Anregungen kämen von angehenden Tourismus-Fachleuten aus Bremen. Die Studenten in den Fachrichtungen Angewandte Freizeitwissenschaft und Tourismusmanagement recherchieren alljährlich in der Spreewaldstadt in einem besonderen Tourismussegment und übergeben ihre Ergebnisse zur Auswertung. Auf diese Weise konnte unter anderem das Angebot der Kahnfährleute oder auch der Privatzimmervermieter optimiert werden.

Jürgen Othmer sieht aber noch „Luft nach oben“, wie er vergangene Woche im Stadtforum sagte. So sollen künftig mehr Online-Buchungen möglich sein in Lübbenau, beispielsweise von Kahnfahrten. Digitale Bezahlmöglichkeiten seien in der Stadt ebenfalls noch nicht ausreichend vorhanden. Was Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) auch so sieht. In Skandinavien etwa, sagte er, werde kaum noch bar bezahlt. Einen weiteren Schritt in diese Richtung machen die Spreewaldstädter im Juni diesen Jahres. Dann kann in Lübbenau der erste Parkscheinautomat per App bedient werden.

Den Besuch der Bremer Studenten erachtet auch Helmut Wenzel als hilfreich für Lübbenau. Die jungen Menschen seien „die Zielgruppe von morgen“, ihr kritischer Blick von außen wichtig.