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| 18:18 Uhr

Naturschutz
Lübbenau will Insekten, Vögel und Pflanzen besser schützen

 Lübbenau willl nicht nut ohne Pestizide auskommen, sondern auch bienen- und insektenfreundliche Blühflächen schaffen.
Lübbenau willl nicht nut ohne Pestizide auskommen, sondern auch bienen- und insektenfreundliche Blühflächen schaffen. FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Pleul
Lübbenau. In der Spreewaldstadt wird dem Einsatz von Pestiziden der Kampf angesagt. Von Daniel Preikschat

Der Lübbenauer Stadtverordnete Holger Bartsch (SPD) sprach das Thema bereits im Juni vergangenen Jahres an. In einem Fachausschuss stellte er die Frage in den Raum: Sollte nicht auch die Stadt Lübbenau auf den Einsatz von Pestiziden verzichten? Entlang der Straßenränder zum Beispiel, auf Grün- und Sportanlagen. Bartsch wies dabei auch hin auf die dramatischen Folgen des Bienensterbens.

Die Reaktion damals im Ausschuss war: Das ist überlegenswert, will aber gut geprüft und vorbereitet werden. Auf Initiative der Fraktionen von SPD/Bündnis 90/Die Grünen und von der CDU wurde noch 2018, in der letzten Stadtverordnetensitzung im Dezember, eine Beschlussvorlage vorgelegt, die Entscheidung aber vertagt. Erst sollte noch in den Ortsbeiräten über die Vorlage beraten werden. Das passiert noch diese und nächste Woche. Am 27. Februar dann soll Lübbenau zur pestizidfreien Kommune erklärt werden.

Die Beschlussvorlage zeugt von eingehender Auseinandersetzung mit dem Thema. Pestizide seien das „Verhängnis“ für viele Pflanzen- und Tierarten im städtischen Raum, heißt es darin unter anderem. Pflanzenschutzmittel würden Insekten und Wildkräuter direkt töten, ihren Lebensraum und ihre Nahrung dezimieren. Besonders sorgen sich die Lübbenauer um die Bestäuber, ohne die zwei Drittel aller Nahrungspflanzen nicht heranreifen können.

Weiter wird auf die Initiative „pestizidfreie Kommune“ des Bundes für Umwelt und Naturschutz verwiesen, der sich bereits 250 Städte und Gemeinden angeschlossen haben. Erst kürzlich auch die Nachbarstadt Vetschau. Es klingt fast wie eine Selbstverpflichtung, wenn es weiter heißt, Lübbenau sollte „Verantwortung übernehmen, mit gutem Beispiel vorangehen und sich ebenfalls für Pestizidfreiheit stark machen.“

Erreicht werden soll das, indem auf sechs Dinge geachtet wird. Auf allen kommunalen Flächen – auf Kinderspielplätzen etwa, an Schulen, Kitas und auf Friedhöfen – sollen keine Pflanzenschutzmittel versprüht werden. Dienstleister für die Grünpflege und Pächter kommunaler Flächen dürfen ebenfalls keine Pflanzenschutzmittel einsetzen. Pestizidfrei zu wirtschaften haben auch private Firmen mit städtischer Mehrheitsbeteiligung.

Besonders beim Nabu-Regionalverband Calau gern hören wird man, dass sich die Lübbenauer außerdem bemühen wollen, bienen- und insektenfreundliche Blühflächen zu schaffen, Denn genau dazu haben die Naturschützer vergangenes Jahr aufgerufen. Zu guter Letzt wollen die Lübbenauer auch Kleingärtner und Grundstücksbesitzer dafür gewinnen, auf Pestizide zu verzichten – mittels Öffentlichkeitsarbeit.