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| 15:45 Uhr

RUNDSCHAU-SERIE: MEINE HEIMAT OBERSPREEWALD-LAUSITZ
Auf heimischen Wegen und fernen Pfaden

 Wandern ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, sagen sich die Mitglieder der WSG Wandersportgemeinschaft Spreewald 69 Lübbenau, um ihre Vorsitzende Marina Hentschke (r.). An Winterwanderungen findet sogar WSG-Maskottchen Benny seine Freude, der die Wandergruppe als Vierbeiner so oft wie möglich begleitet.
Wandern ist zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis, sagen sich die Mitglieder der WSG Wandersportgemeinschaft Spreewald 69 Lübbenau, um ihre Vorsitzende Marina Hentschke (r.). An Winterwanderungen findet sogar WSG-Maskottchen Benny seine Freude, der die Wandergruppe als Vierbeiner so oft wie möglich begleitet. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. „Heimat ist, wo wir unseren Lebensfaden festgemacht haben“, sagt ein Sprichwort. Die RUNDSCHAU besucht Menschen, um zu erfahren, wann, warum und wo sie ihren Lebensfaden im Kreis festgemacht haben. Heute: Marina Hentschke (Lübbenau). Von Uwe Hegewald

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“, befand einst Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Marina Hentschke kann sich sehr gut in das Zitat des reiselustigen Dichters hineinfühlen. Als passionierte Wanderin lässt sie keine Gelegenheit aus, die Wanderschuhe zu schnüren. „Wenn Urlaub ansteht, dann in Wanderregionen. Am Strand von Mallorca werden Sie mich vorerst vergeblich suchen“, sagt die Lübbenauerin. Seit zwölf Jahren leitet sie die WSG „Wandersportgemeinschaft Spreewald 69 Lübbenau“, die in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert. Die Betonung liegt auf Gemeinschaft, unternehmen die Wanderfreunde auch Radausflüge, Kegelabende und Kahnfahrten, beispielsweise bei der anstehenden Jubiläumsfahrt. „Der heimische Spreewald ist zu allen vier Jahreszeiten einen Besuch wert“, weiß Marina Hentschke. Als klassische Wandertour empfiehlt sie die Route von Lübbenau über Lehde nach Leipe und wieder zurück. Mindestens einmal im Jahr sei diese Route Pflicht. Mit Frank Schneider und Detlef Krause bildet sie das Trio im Verein, das mit einer Übungsleiterlizenz für den Breitensport ausgestattet ist. Beim Landes- und beim Kreissportbund als Wanderleiter eingetragen, besuchen sie regelmäßig Weiterbildungen, um die Lizenzen zu aktualisieren, die sie bereits zu DDR-Zeiten erworbenen erworben hatten.

Aber was kann erfahrenen Wandersleuten überhaupt noch vermittelt werden? Es geht um das Bewegen im Gelände, um Tipps für Streckenplanungen, Wissenswertes zu Wanderkarten, das Aufspüren von Sehenswürdigkeiten oder Gasthöfen, und es geht um Belange des Naturschutzes, führt Marina Hentschke auf. So ist es für Wandersleute selbstverständlich, dass sie ihren Müll nicht irgendwo liegenlassen. Unvorstellbar, wäre das an einem der Deutschen Wandertage, die Jahr für Jahr hunderte Wanderer lockt. Seit dem Jahr 1883, damals übernahm Fulda (Hessen) die Gastgeberrolle, werden diese mit Unterbrechungen durchgeführt. „Einziger Ausrichter im Land Brandenburg war 2012 Bad Belzig (Fläming). Klar dass wir dort nicht fehlen durften“, erzählt die Lübbenauerin. Insgesamt haben Mitglieder der Wandersportgemeinschaft an mehr als 20 Deutschen Wandertagen teilgenommen und dafür einen der begehrten Wanderschleifen erhalten. Kurios: 118 Schleifen schmücken die Deutsche Wanderflagge, die vorerst im Veranstaltungsort verbleibt, um später zum neuen Ausrichter getragen zu werden. „Selbstverständlich per pedes, wobei es sehr oft vorkommt, dass sich Wandergruppen in einzelne Tagesabschnitte begleitend einreihen“, erzählt Marina Hentschke. Die Bad Belziger mussten die Flagge beispielsweise bis nach Oberstdorf (Allgäu) tragen.

Ob sich auch der Spreewald als Ausrichter für einen Deutschen Wandertag empfehlen würde? „Im Grunde ja. Wir verfügen über ein entsprechendes und vor allem abwechslungsreiches Wander- und Radwegenetz, was aber noch nicht ausreichend publiziert wird“, erklärt die WSG-Chefin. Allein der immense logistische und organisatorische Aufwand, der eine Ausrichtung der Veranstaltung erfordert, könnte in ihren Augen Probleme bereiten. „Dann müsste die gesamte Spreewald-Region mitziehen und keine Kommune nur eigene Interessen in den Vordergrund stellen“, lautet ihre Empfehlung. Wie das funktioniert, hätten die Ochsenkopf-Winterwandertage (2018) im Fichtelgebirge bewiesen, wo eine ganze Region zusammengearbeitet habe. Den Organisatoren attestiert Marina Hentschke Weitsicht. „Dort haben Touristiker erkannt, dass Wanderer zu jeder Jahreszeit kommen“, sagt die Lübbenauerin, die das Wandern ebenso genießt wie Begegnungen mit Seelenverwandten. Insbesondere mit Vereinen, die im Brandenburgischen Wandersport- und Bergsteigerverband organisiert sind. Aktuell zählt der märkische Verband 44 Vereine mit 1520 Mitgliedern.

Das Rüstzeug für ihre Kondition holen sich die Lübbenauer bei Wanderungen und Ausflügen in der Heimat. Teilnahmen an der Tour de OSL zählen ebenso dazu wie der Spreewald-Marathon, die in diesem Jahr vollzogene Winterwanderung durch die Bucksche Schweiz, der Silvesterlauf des RSV Calau und viele mehr. Einem jährlich ausgearbeiteten Jahreswanderplan ist zu entnehmen, wann und wo die 22 Mitglieder der WSG Lübbenau ihre Wanderschuhe schnüren. So wird es auch im Jubiläumsjahr eine Osterradwanderung (mit Überraschungen) geben, einen Radausflug zu Himmelfahrt sowie die Lübbenauer Wanderweihnacht. Bevorstehende Termine sind auf der Website der RUNDSCHAU zu finden, Anmeldungen werden von Marina Hentschke unter der Telefonnummer 03542 41048 entgegengenommen.