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| 02:32 Uhr

Lübbenau rüstet sich fürs Hochwasser

Feuerwehrleute aus Lübbenau und den Ortsteilen sind zwischen Ragow und Boblitz im Einsatz. Mit Sandsäcken stützen sie einen niedrigen Damm an der Wudritz am Bahnübergang Ragow.
Feuerwehrleute aus Lübbenau und den Ortsteilen sind zwischen Ragow und Boblitz im Einsatz. Mit Sandsäcken stützen sie einen niedrigen Damm an der Wudritz am Bahnübergang Ragow. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Im Lübbenauer Ortsteil Ragow hat sich am Montag der erste Rückstau des Hochwassers aus Lübben bemerkbar gemacht. Feuerwehrleute sicherten einen Damm und prüften die Deiche. Die Stadtverwaltung spricht von einer kritischen Situation. Jan Gloßmann

Pegel lügen nicht: Am Wehr Ragow ist das Wasser am Montagmittag auf gut 4,75 Meter gestiegen. Normal sind hier etwas mehr als zwei Meter. Noch ist ein wenig Platz in der Spree, sagt Lübbenaus Wehrführer Udo Grätz. Und: Noch fließt die Spree in Richtung Lübben.

Ein paar Hundert Meter nordwestlich dirigiert Stadtwehrführer Hartmut Wassermann zwei Dutzend Feuerwehrleute. Sie füllen Sandsäcke und reichen diese durch einen Kahn zum aufgeweichten Damm. Die Wudritz aber steht bereits, und die große Befürchtung ist, dass die Wasseradern demnächst "zurückfließen". Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos): "Unsere große Sorge ist, dass sich das Wasser in die Stadt hinein aufstaut." Grund sind die anhaltend hohen Mengen, die aus der Talsperre Spremberg abgelassen werden. Hinzu kommen weitere Niederschläge. Spätestens am Zusammenfluss vor Lübben bremst der dortige "Flaschenhals" den Strom, es kommt zum Rückstau.

Zwischen Spree und Burg-Lübbener Kanal entsteht derzeit ein "Seenland", an der Brücke in den Barzlin hat das Wasser den Rastplatz eingeschlossen. Kopf schüttelnd verfolgen die Feuerwehrleute, wie viele Radler auf den gesperrten Deichen unterwegs sind. Ein weiteres Zeichen für die wachsenden Sorgen: Das Wehr an der Schneidemühle ist mittlerweile geöffnet. Noch sprechen Verwaltung und Feuerwehr von Vorsorge - und zu der zählt weiter die Sperrung aller Fließe und Flussläufe für den Kahn- und Bootsverkehr. Das stellte die Kreisverwaltung in einer Mitteilung klar. Am Dienstag trifft sich der Krisenstab in Lübbenau.