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| 02:33 Uhr

Lübbenau rettet klammen Kreis

Der Gewerbepark rund um die Lübbenauer Feuerwache bietet viel Platz; auch weiterhin für Zirkus-Gastspiele. Foto: Jan Gloßmann
Der Gewerbepark rund um die Lübbenauer Feuerwache bietet viel Platz; auch weiterhin für Zirkus-Gastspiele. Foto: Jan Gloßmann FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Mieten statt bauen: Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz wird sich in einer neuen Rettungswache in Lübbenau einmieten. Errichtet wird sie von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald (WiS). Jan Gloßmann

Manche sagen, die städtische Wohnungsgesellschaft sei "Mädchen für alles" in Lübbenau. Nun auch noch eine Rettungswache. Doch hier, so sagt Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos), betreibt die Gesellschaft ihr ureigenes Geschäft: Bau und Vermietung. Wenzel ist auch Aufsichtsratschef der WiS und als Stadtoberhaupt froh, dass das Unternehmen Gewehr bei Fuß steht. Denn so kann die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

"Der Kreis hat das Vorhaben für sich wirtschaftlich geprüft", erklärt Wenzel. Demnach sei die Mietvariante für die neue Wache günstiger. Dem voraus geht ein anderes Geschäft. Denn der Kreis verkauft zuvor das frühere Alten- und Pflegeheim - gelegen zwischen Werner-Seelenbinder-Straße und Lindenallee - an die Kommune. Dort hat die Rettungswache, betrieben vom Deutschen Roten Kreuz, bislang ihren Sitz. Die Stadt will das Heim danach abreißen.

Die neue Rettungswache wird im Gewerbepark an der Straße des Friedens entstehen. Die Fläche neben der Feuerwache gilt als ideal wegen guter Verbindungen in die Stadt als auch zur Autobahn. Die Kosten werden auf etwa 1,2 Millionen Euro beziffert für ein Gebäude mit der nötigen Grundausstattung.

Entsprechende Beschlüsse haben in den zurückliegenden Tagen sowohl der Kreistag als auch die Stadtverordnetenversammlung gefasst. Formal wird die Stadt Mieter bei der WiS und vermietet ihrerseits an den Landkreis, der die Hoheit über den Rettungsdienst hat.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat den Rettungsdienst in der Region dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) übertragen. Wachen gibt es in Calau und in Lübbenau. In der Spreewaldstadt ist zudem ein Notarzt stationiert. Bei Bedarf kann ein Notarzt aber auch per Hubschrauber eingeflogen werden - wie jüngst geschehen bei einem Unfall auf der L 49 an der Kreuzung Berliner Straße/Karl-Marx-Straße mit einem verletzten Kradfahrer.

Der Rettungsdienst rückt im Landkreis pro Jahr zu etwa 18 000 Einsätzen aus. Gesetzlich vorgegeben ist, dass Helfer in 95 Prozent der Notfälle binnen 15 Minuten am Ort sein müssen.

Zum Thema:
Die neue Rettungswache soll in einem Jahr, Anfang Juli 2013, in Betrieb gehen. Die Bauarbieten sollen in den nächsten Wochen beginnen. Das ist die Voraussetzung für den Abriss des altes Heimes, der voraussichtlich etwa 300 000 Euro kosten wird. Dafür gibt es eine Förderprogramm zur kommunalen Infrastruktur, das die Stadt nutzen möchte. Das Geld muss spätestens im Jahr 2013 ausgegeben sein, sonst steht es nicht mehr zur Verfügung.