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| 16:29 Uhr

DRK ehrt Blutspender
Sie bluten, damit andere leben

 26 Spenderinnen und Spender wurden vom DRK Nord-Ost für ihre regelmäßige Blutspende ausgezeichnet. Alle Anwesenden hatten mindestens 50, ein Spender über 100 Blutspenden erbracht.
26 Spenderinnen und Spender wurden vom DRK Nord-Ost für ihre regelmäßige Blutspende ausgezeichnet. Alle Anwesenden hatten mindestens 50, ein Spender über 100 Blutspenden erbracht. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Lübbenau. Seit Jahren hängen sie an der Nadel: Das DRK ehrt in Lübbenau langjährige Blutspenderinnen und -spender. Einer von ihnen hat ganz besonders viele Spenden erbracht – doch nun muss er aufhören. Von Liesa Hellmann

Blutabnahme – für die einen ein notwendiges, kleines Übel zur Gesundheitsvorsorge, für andere mit Angst besetzt. Und für eine kleine Gruppe Menschen ihr ehrenamtlicher Beitrag. 26 Blutspenderinnen und -spender wurden am Dienstag im Hotel Schloss Lübbenau vom Deutschen Roten Kreuz für ihr Engagement geehrt. „Sie sind bereit, uns Ihr Wertvollstes zu geben, nämlich Ihr Blut“, sagte Andreas Möbius, Geschäftsführer des Kreisverbandes Calau.

Die Menschen, die an diesem Abend ausgezeichnet werden, haben mindestens 50 Blutspenden erbracht, manche 75 oder mehr. Gerd-Frank Gamrath sticht mit einer besonders hohen Zahl heraus. 110 Mal hat er sein Blut gespendet. Aus Altersgründen musste der 74-Jährige im vergangenen Jahr mit dem Spenden aufhören. „Ich hätte aber gern noch weiter gemacht“, sagt er. Das erste Mal hat er in den 1960er Jahren Blut gespendet, regelmäßiger Spender wurde er erst später. Dass nicht viel mehr Menschen ihr Blut spenden, kann er nicht nachvollziehen, denn für ihn überwiegen die positiven Seiten an der Spende: „Man hilft anderen und man ist unter ärztlicher Kontrolle. Und man kann selbst einmal in die Lage geraten, Blutkonserven zu benötigen.“

„Sie retten Leben“

Mit einer solchen Geschichte leitet Roswitha Schier, Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Calau, ihre Rede ein. Sie erzählt von einer regelmäßigen Blutspenderin, in deren Blut abweichende Blutwerte festgestellt wurden. Diagnose: Blutkrebs. Die Spenderin wurde selbst zur Empfängerin von Blutkonserven. Durch die Blutspende sei die Krankheit rechtzeitig erkannt worden, die Frau sei heute geheilt. „Sie retten Leben und dafür möchten wir Ihnen danken“, sagt Schier.

FOTO: LR / Liesa Hellmann

Zwar kennt auch Konrad Schmidt jemanden, der schon einmal eine Blutkonserve benötigte, dies sei aber nicht der Auslöser für seine regelmäßigen Blutspenden gewesen. „Ich hatte gute Vorbilder“, sagt er lachend. „Meine Eltern haben beide Blut gespendet, deshalb stand für mich fest, dass ich es, sobald ich 18 war, ausprobiere.“ Bei einem Mal ist es nicht geblieben, 50 Blutspenden hat Schmidt bisher erbracht. Mit 30 Jahren ist er der Jüngste unter den Ausgezeichneten. In den vergangenen Jahren ging der Calauer fünf bis sechs Mal pro Jahr zur Spende – mehr ist aufgrund der acht Wochen Mindestabstand, die zwischen zwei Spenden eingehalten werden müssen, auch nicht möglich.

Problemmonat Mai: Schönes Wetter = wenig Spenden

Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost, zu dem der Kreisverband Calau gehört, stelle täglich etwa 1800 Blutkonserven in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Sachsen und Schleswig-Holstein zur Verfügung, sagt Annett Smolka, die zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Dienstes ist. Beim Kreisverband Calau wurden in den vergangenen zwölf Monaten 2721 Blutspenden erbracht.

Der Mai ist aus Sicht der Blutspende ein „Problemmonat“, wie sagt Smolka sagt. Je schöner das Wetter, desto weniger Menschen gingen zur Blutspende. Auch der Sommer werde wieder eine Herausforderung. „Bei Hitze spendet es sich schlecht“, wie Smolka sagt. Denn die Hitze schlägt sich auf den Kreislauf nieder, der durch die Blutspende zusätzlich belastet wird. Etwa ein halber Liter Blut wird bei einer Spende abgenommen, das sind gut zehn Prozent des gesamten Blutvolumens, das ein Mensch besitzt. Auch deshalb sagt Spender Konrad Schmidt: „Die Blutspende muss einem auch liegen. Am Abend nach der Spende fühlt man sich etwas schlapp, aber danach regeneriert sich der Körper wieder und das ist ein gutes Gefühl.“

FOTO: LR / Liesa Hellmann

Deshalb gibt es klare Richtlinien, wer Blut spenden darf. „Volljährig und gesund muss man sein“, fasst Annett Smolka zusammen. Daneben spielt auch das Gewicht eine Rolle – mindestens 50 Kilogramm sollte man auf die Waage bringen. „Egal, ob Sie bei der Erstspende 18, 30 oder 50 Jahre alt sind, jeder ist und willkommen“, sagt Präsidentin Schier. Neue Spenderinnen brauche es immer, sagt Annett Smolka, „denn sie sind unsere Basis.“