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| 07:16 Uhr

Sommertheater in Lübbenau
Wenn der Schlosspark zur Bühne wird

 Rochus Graf zu Lynar präsentiert den Blick von der Schlossterrasse in den Park: Dort wird die Bühne stehen, Bäume bilden den Rahmen für das Sommertheater. Aufgeführt wird die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht mit der Musik von Kurt Weill.
Rochus Graf zu Lynar präsentiert den Blick von der Schlossterrasse in den Park: Dort wird die Bühne stehen, Bäume bilden den Rahmen für das Sommertheater. Aufgeführt wird die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht mit der Musik von Kurt Weill. FOTO: Ingrid Hoberg
Lübbenau. Premiere für das Sommertheater in Lübbenau. Gespielt wird der  Brecht-Klassiker „Die Dreigroschenoper“ in der Inszenierung der Neuen Bühne Senftenberg. Von Ingrid Hoberg

„Wir brauchen etwas Neues“, sagt Rochus Graf zu Lynar, Geschäftsführer von Schloss Lübbenau. Als Pendant zu den beliebten und erfolgreichen Brandenburgischen Sommerkonzerten soll nun im jährlichen Wechsel im Lübbenauer Schlosspark das Sommertheater als weiteres kulturelles Angebot auf ebendiesem Niveau etabliert werden. Die Premiere gibt es am letzten Augustwochenende mit zwei Aufführungen der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill, in der Fassung der Neuen Bühne Senftenberg, Regie führt Intendant Manuel Soubeyrand.

Während das Theater seine Bühnenausstattung mitbringt, stellt das Schloss Lübbenau das besondere Ambiente, den Park mit der großen Wiese und den herrlichen Bäumen, bereit. Das Stück in einem Vorspiel und acht Bildern von Bertolt Brecht nach John Gays „The  Beggar’s Opera“, übersetzt aus dem Englischen von Elisabeth Hauptmann, mit der Musik von Kurt Weill, entführt das Publikum in den Londoner Stadtteil Soho und die Zeit der 1920er-Jahre. Die Geschichte von Mackie Messer, der sich alles nimmt, was er haben will, und der Konkurrenzkampf mit dem gerissenen Jonathan Jeremiah Peachum, dem König der Londoner Bettler, ist zu einem großen Theater­erfolg geworden – bis heute.

„Das Stück wird herrlich komisch und leicht von unseren Darstellern und Musikern serviert“, sagt Regisseur Soubeyrand. Die Weill-Songs sind weltweit bekannt und Klassiker geworden, ob es die Moritat von Mackie Messer, der Kanonensong oder Das Lied von der Seeräuber-Jenny ist. Überraschen lassen können sich die Zuschauer auch von den Kostümen, Masken und Bühnenbildern, die im Amphitheater der Neuen Bühne am Senftenberger See schon das Publikum begeisterten. Genau 91 Jahre nach der Uraufführung am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin kommt das Stück nun in Lübbenau auf die Sommertheaterbühne – mit aller zeitlichen Brisanz und Aktualität. „Brechts Meisterwerk kann man nicht zu oft sehen – wir freuen uns, dieses große Stück bei uns zu präsentieren“, sagt Rochus Graf zu Lynar.

Es ist ein erheblicher technischer Aufwand notwendig, um das üppig ausgestattete Stück im Schlosspark auf die Bühne zu bringen. „Deshalb haben wir für das Sommertheater auch zwei Abende eingeplant. Den gesamten Aufbau übernimmt das Senftenberger Theater“, ergänzt er. Von Anfang an habe es eine große Aufgeschlossenheit und gute Zusammenarbeit mit den Theaterleuten gegeben. In den Abendstunden könne die Inszenierung, die auch von Lichteffekten lebe, im Schlosspark effektvoll umgesetzt werden. „Der Blick von der Terrasse in den abendlichen Park – die Stimmung passt schon!“, so Rochus Graf zu Lynar.

Der Geschäftsführer des Schlosses weiß aber auch um die Hürden und finanziellen Ansprüche, die ein solch neues Projekt mit sich bringt. Auf der Terrasse werden 500 Besucher Platz finden, diese zu zwei Vorstellungen zu füllen, sei „realistisch für die Zukunft“, schätzt er ein. Das Schloss verstehe sich als Veranstalter und kultureller Förderer in der Region für ein Publikum aus der Region. Auch wenn sich die Stadt Lübbenau beteilige, bleibe der größte Part der finanziellen Verantwortung beim Schloss.

„Neues braucht seine Zeit“, weiß Rochus Graf zu Lynar.  Erfahrung hat die Schloss-Crew über die Jahre mit Veranstaltungen in der Wintersaison gesammelt, die inzwischen sehr gut bei Gästen und Besuchern des Hauses ankommen. Dazu gehören die Bälle und Lesungen, nicht nur solche mit unterhaltenden Themen, ebenso wie die Konzert-Reihe Swingladen, kuratiert von Volker Rennert.

Das Swingladen-Sommerkonzert auf der Schlossterrasse als Auftakt zum Spreewald- und Schützenfest war auch in diesem Jahr wieder sehr gut besucht. „Unsere Weihnachtslesungen mit den Schlossgeistern sind schon ausgebucht“, sagt Rochus Graf zu Lynar. Premiere wird eine weihnachtliche Soirée am 21. Dezember in Rocco’s Bar haben. „Bei diesem Abend mit den Schlossgeistern kehren wir an den Ursprungsort der Weihnachtlesungen zurück“, erklärt er. Und die Veranstaltungen für das Jahr 2020 seien auch bereits fertig geplant.

 Rochus Graf zu Lynar präsentiert den Blick von der Schlossterrasse in den Park: Dort wird die Bühne stehen, Bäume bilden den Rahmen für das Sommertheater. Aufgeführt wird die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht mit der Musik von Kurt Weill.
Rochus Graf zu Lynar präsentiert den Blick von der Schlossterrasse in den Park: Dort wird die Bühne stehen, Bäume bilden den Rahmen für das Sommertheater. Aufgeführt wird die „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht mit der Musik von Kurt Weill. FOTO: Ingrid Hoberg