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| 02:32 Uhr

Luckaitztal setzt auf jungen Charme und alte Bekannte

Ein Blick auf Mühle und Gosda. Nach 46 Jahren Volksvertreter geht Paul Skomda in den Ruhestand. Er war manchen Entscheidungsträgern um einiges Voraus: Ein Beispiel liefert die Allee zwischen der ehemaligen Mühle in Zwietow und dem Dörfchen Gosda (im Bild rechts). Mit Einwohnern in Eigenregie gepflanzt, wurde Skomda seinerzeit von der Kreisverwaltung aufgefordert, diese zu entfernen. "Ohne mich", sagte sich der Volksvertreter. Die Laubbäume stehen bis heute.
Ein Blick auf Mühle und Gosda. Nach 46 Jahren Volksvertreter geht Paul Skomda in den Ruhestand. Er war manchen Entscheidungsträgern um einiges Voraus: Ein Beispiel liefert die Allee zwischen der ehemaligen Mühle in Zwietow und dem Dörfchen Gosda (im Bild rechts). Mit Einwohnern in Eigenregie gepflanzt, wurde Skomda seinerzeit von der Kreisverwaltung aufgefordert, diese zu entfernen. "Ohne mich", sagte sich der Volksvertreter. Die Laubbäume stehen bis heute. FOTO: uhd1
Muckwar. Während einer Einwohnerversammlung konnten die Bürger der Gemeinde Luckaitztal kürzlich Wissenswertes über ihre Gemeinde erfahren. Im Fokus des Treffens im Gasthaus "Im Krug zum grünen Kranze" standen Informationen zu aktuellen Begebenheiten in der Gemeinde und zur bevorstehenden Kommunalwahl. Uwe Hegewald / uhd1

Eine gewisse Portion Stolz war in den Ausführungen von Bürgermeister Roland Schneider (75) unüberhörbar: "Wir sind eine von zwei Gemeinden im Amt Altdöbern, die einen ausgeglichenen Haushalt aufweisen. Das hat den Vorteil, dass wir bei Entscheidungen für unsere neun Dörfer nicht ständig von der Kreis-Kommunalaufsicht beobachtet werden", sagte das Gemeindeoberhaupt.

Dass Luckaitztal gut gewirtschaftet habe, zeige sich unter anderem an einer "guten Infrastruktur" mit intakten Straßen, über 50 Gewerbetreibenden, einer ausgebauten und ausgebuchten Kita (Muckwar), vier funktionierenden Ortsfeuerwehren aber auch an den sechs Friedhöfen, die es in Schuss zu halten gilt. Über 30 Luckaitztaler Kinder besuchen die Lilien-Grundschule Altdöbern und 15 - laut Elternwillen - die Linden-Grundschule in Missen.

Was mittelfristige Vorhaben in der Gemeinde anbetrifft, stünde der Rückbau eines von drei Wohnblöcken in Buchwäldchen sowie die teilweise Sanierung des dortigen Abwassersystems auf der Agenda. "Fortgesetzt werden die Bautätigkeiten in Rettchensdorf, wo nach dem Aufstellen eines neuen Bushaltehäuschens (2013) die Einmündung der Kreisstraße 6619 in die Landesstraße L532 saniert und verkehrstechnisch entschärft werden", informierte Schneider.

Auch das Thema Aussichtsturm nehme eine gewichtige Rolle ein.

In Sachen Kommunal- und Europawahl, appellierte Roland Schneider an "seine" Mitbürger, ihr Wahlrecht nicht verwirken zu lassen. Die Zusammensetzung der neu gewählten Gemeindevertretung entscheide mitunter auch darüber, welche Vorhaben in den einzelnen Dörfern umgesetzt werden oder auch nicht. Luckaitztaler Wahlberechtigte werden am Wahlsonntag, 25. Mai, gleich fünf Mal gebeten, ihr Kreuz zu machen. Neben Politikern fürs Europaparlament und den Kreistag werden auf kommunaler Ebene die jeweiligen Ortsbeiräte, die Gemeindevertreter und der Bürgermeister gewählt. "Für dieses Amt trete ich noch einmal an", informierte Roland Schneider, der bereits den Posten des Altdöberner Amtausschussvorsitzenden bekleidet. Wer bei einer eventuellen Wiederwahl (Schneider ist bisher der einzige Kandidat) mit am Tisch sitzt, bleibt abzuwarten. Nach aktuellem Stand sollen über 20 neue Kandidaten einen Sitz in der Gemeindevertretung anstreben. Einen Schlussstrich ziehen Bianka Lohmann (Buchwäldchen), aufgrund eines Wohnortwechsels und Paul Skomda (Gosda), aus Altersgründen. Bemerkenswert: Mit dem Rückzug des 76-Jährigen verlässt ein Volksvertreter-Dino das politische Parkett. 46 Jahre war Paul Skomda als Gemeindevertreter, Ortsvorsteher oder Bürgermeister tätig, unter anderem auch in Kemmen/Schadewitz (Stadt Calau) und in Altdöbern.