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Neues Domizil für Musik- und Volkshochschule
Lobgesänge nach dem Rausschmiss

Nur nicht das Banner durchschneiden: Bei der feierlichen Einweihung der neuen Räumlichkeiten von Musik- und Volkshochschule OSL war am roten Band Millimeterarbeit gefragt. Die Scheren führen durften: Klaus-Jürgen Graßhoff, Ulrich Stein, Martin Neumann, Rainer Schamberg, Siegurd Heinze, Roswitha Schier und Thomas Asendorf (v.l.).
Nur nicht das Banner durchschneiden: Bei der feierlichen Einweihung der neuen Räumlichkeiten von Musik- und Volkshochschule OSL war am roten Band Millimeterarbeit gefragt. Die Scheren führen durften: Klaus-Jürgen Graßhoff, Ulrich Stein, Martin Neumann, Rainer Schamberg, Siegurd Heinze, Roswitha Schier und Thomas Asendorf (v.l.). FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Am Lübbenauer Gymnasium wurde am Samstag baulich der Schlussakkord gesetzt.

Am Paul-Fahlisch-Gymnasium (PFG) Lübbenau ist Aufatmen angesagt. Mit der öffentlichen Einweihung der angedockten Räumlichkeiten der Musik- und Volkshochschule des Landkreises OSL scheint Baulärm endgültig wohlklingenden Tönen zu weichen.

„Es ist der finale Schlusspunkt am Lübbenauer Gymnasium“, prophezeite Landrat Siegurd Heinze am Samstag das bauliche Aus auf der „ewigen Baustelle“. Er verwies auf den Kreistag, der am 17. März 2016 mit seinem Beschluss für den 165 Quadratmeter großen Anbau den sprichwörtlichen Grundstein gelegt habe.

Bevor sich Siegurd Heinze bei allen Beteiligten bedankte, lernten Gäste der feierlichen Eröffnung die schonungslose aber augenzwinkernde Seite des Landrats kennen. Aus dem wärmenden Flur regelrecht rausgeschmissen fühlten sich Lokal-, Kreis-, Landes und Bundespolitiker, Verwaltungsmitarbeiter sowie weitere Gäste, um vor der Tür von Saxophon- und Trompetenklängen versöhnt und verwöhnt zu werden.

Jeweils ein Büroraum für die Musik/Volkshochschule und für einen Sozialarbeiter sowie vier Räume für die Musikausbildung umfasst das Objekt. Darunter ein Raum speziell für Schlagzeug/Keyboard mit gesonderter Schallschutzausstattung sowie ein Raum für die musikalische Früherziehung.

„Ein Riesengewinn für Lübbenau und den Landkreis. Langfristige und tiefgreifende Ausbildung sind wichtig, damit Musikschüler später in Orchestern oder Musikvereinen eine Chance haben“, würdigte Prof. Martin Neumann (Vetschau) die rund 500 000 Euro-Investition. „Schlüssel zu allem ist die musikalische Früherziehung. Es war richtig, diese hier dauerhaft zu etablieren“, so der FDP-Bundestagsabgeordnete und Präsident des Landesmusikrates Brandenburg. „Viele Eltern wissen gar nicht, welche musikalischen Talente in ihren Kindern schlummern. Ein Segen, wenn diese frühzeitig entdeckt und gefördert werden“, betonte er.

Ulrich Stein, Leiter der Musikschule OSL, habe bei diesen Zöglingen sogar eine „ganz besondere Qualität“ wahrgenommen. Darüber hinaus eine Qualität mit Nachhaltigkeit, was dadurch belegt ist, dass 100 Prozent der Kinder mit musikalischer Früherziehung später ein Instrument erlernen möchten.

1050 Personen aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz – also rund ein Prozent der Gesamtbevölkerung – nehmen Angebote der Musikschule in Anspruch. Darunter 150 an der Musikschule in Lübbenau. So wie zum Beispiel auch Emily Bochon aus Boblitz. „Ich spiele seit der ersten Klasse Klavier“, erzählte die Schülerin des benachbarten Bohnstedt-Gymnasiums in Luckau. Von den neuen Räumlichkeiten sei sie begeistert, musste auch nicht lange dazu überredet werden, den Tag der Eröffnung temporär am Klavier zu begleiten. „Mit Read All About It habe ich ein moderneres Stück ausgesucht. In der Regel spielen wir jedoch klassische Kompositionen“, so die 14-Jährige.

Von der Musik fühlten sich Gäste angelockt, die das Paul-Fahlisch-Gymnasium aus einem anderen Grund besuchten. Von 10 bis 12 Uhr hatte die Bildungseinrichtung zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen. Unterrichtsfächer, Räumlichkeiten, Lehrer und Mitschüler wurden vorgestellt und tüchtig Werbung für das PFG betrieben. Ein erstes Resümee von Schulleiter Matthias Lösche stimmt hoffnungsvoll: „Ich bin mit der Resonanz und dem Ablauf sehr zufrieden“, stellte er klar. Als einer seiner persönlichen Höhepunkte erwies sich die Ehrung der Preisträger, die am Wettbewerb „Kluge Köpfe gesucht“ teilgenommen haben. Zugleich ein Eignungstest für die Leistungs- und Begabungsklasse am Gymnasium. Aufgerufen waren alle interessierten Schüler der Klassenstufe vier, um sich mit ihren Mitschülern in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Sachkunde zu messen. Für die drei Erstplatzierten jeder Kategorie gab es Gutscheine fürs benachbarte Spreewelten-Bad.