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Literarische Grüße aus Bad Lübbenau

Nicht 700, aber alle versammelt: Die Preisträger im Literatur- und Malwettbewerb zu 700 Jahren Lübbenau auf einem Bild.
Nicht 700, aber alle versammelt: Die Preisträger im Literatur- und Malwettbewerb zu 700 Jahren Lübbenau auf einem Bild. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Das ist eine Idee für Lübbenau 2040: Straßen werden abgeschafft und in Fließe (zurück)verwandelt – denn Fließe haben keine Schlaglöcher. Das gilt auch für Schwimmer, die anlässlich des Stadtjubiläums 700 Kilometer schaffen wollen. Jan Gloßmann

Es wird nicht mehr lange dauern, dann steht in Bad Lübbenau ein Universitätsgebäude, etwa so hoch wie die Nikolaikirche. Man paddelt auf dem neuen Kanal ins Seenland, dem gemeinsamen Weltnaturerbe. Der Teufel, der einst den Spreewald schuf und später die Bahngleise, die Alt- und Neustadt trennen, schafft Wasserläufe dort, wo die letzten Neubaublocks 1950er und 1960er Jahren stehen. Das ist bunt gemixt (Bad) Lübbenau im Jahr 2040 und darüber hinaus, entsprungen der Phantasie der, ja, exakt, der Lübbenauerinnen. Jedenfalls sind drei Frauen die Preisträger für die besten Texte im dritten Teil des Literaturwettbewerbes zum Stadtjubiläum. Sabine Lehmann hat "Teufelsträume" eingefangen und damit gewonnen, dahinter folgt der "Sorbenschatz" von Cornelia Malcharowitz und der "Auszug aus einem Interview" von Constanze Pönack. In der Kategorie Bilder gewann die Grundschule aus dem Jenaplanhaus vor der Kita "Spiel und Spaß" und den 9- und 10-Jährigen der Werner-Seelenbinder-Schule.

Viele Texte und Bilder sind in einem Buch verewigt, dass in dieser Woche erschienen ist. "Märchen - Geschichten - Träume" versammelt 23 Texte und 19 Bilder. Das Buch kostet dank eines Sponsors nur den symbolischen Preis von 700 Cent. "Es hat zwar etwas Fossiles, aber es ist schön, ein Buch zu haben, das man aufschlagen und anfassen kann", sagt Matthias Härtig, einer der Juroren. Und Schirmherr Rainer Schamberg nennt das Werk "von Lübbenauern für Lübbenauer ein wunderschönes Geschenk zum Stadt-Geburtstag".

Solche gibt es noch mehr. So hat die Spreewelten GmbH ein großes Ziel ausgegeben: Am Freitag, 24. April, sollen in der Delphinhalle satte 700 Kilometer zurückgelegt werden - das entspricht 28 000 Bahnen. Aufgerufen sind alle Lübbenauer, ab 6 Uhr ins Hallenbad zu kommen. "Wir hoffen, den Ehrgeiz der Lübbenauer zu wecken", sagt Badleiter Axel Kopsch. Um diesen noch anzustacheln, berappen die Spreewelten pro geschwommenen Kilometer einen Euro; das Geld soll Lübbenauer Vereinen zugute kommen. Aufgerufen sind Einzelschwimmer und Schulklassen, Vereine, Arbeitsgemeinschaften - wer mitmacht, hat am 24. April Eintritt frei.

Einen großen Erfolg verbucht bereits der Lübbenauer Arbeitslosen-Treff. Der hatte eine Wimpelkette initiiert, um den Festumzug am 27. Juni zu umrahmen. Mittlerweile haben viele Lübbenauer und die Treff-Mitglieder selbst gebastelt, gemalt, geschnitten, genäht und gefädelt. Das Zwischen-Ergebnis: Gut 4,5 Kilometer können bestückt werden, mehr als der Umzug in der Neustadt lang sein wird. Deshalb soll zur Jubiläumswoche jetzt zusätzlich die Poststraße geschmückt werden mit den farbenfrohen Wimpeln.