Die Lieberoser Stadtverordneten hatten es in der Hand, den Vorschlägen der Kommunalaufsicht zur Haushaltskonsolidierung nachzugeben. Doch das versuchten sie nur eingeschränkt. In kleinen Schritten, nachdem die Vorschläge Punkt für Punkt durchgesprochen worden waren, näherten sich die Stadtverordneten den Vorstellungen der Kommunalaufsicht an. Gefordert hatte Dagmar Gröke von der Kommunalaufsicht, die Ausgaben für Repräsentation von 500 auf 200 Euro, den Verfügungsfonds der Bürgermeisterin von 1000 auf 500 Euro zu senken und durch den Verzicht auf den Gemeindearbeiter weitere 4000 Euro zu sparen. Ebenfalls sollten die Stadtverordneten auf einen Teil ihrer Aufwandsentschädigung verzichten. Haupteinsparung sollte aber die grundbuchliche Übertragung der Schule auf das Amt sein. Das würde jährlich 12 800 Euro einsparen. Überlegt werden müsse außerdem, so Dagmar Gröke, Pacht- und Nutzungsverträge, Friedhofsgebühren sowie Hundesteuer auf möglich Einnahmeerhöhungen zu überprüfen. Besonders aber verwies sie darauf, dass Grund- und Gewerbesteuern anzuheben seien. Während Lieberoses Bürgermeisterin Kerstin Michelchen sich bei Repräsentationsausgaben und beim Verfügungsfonds, "da nur sehr ungern", wie sie sagte, beschränken würde, lehnte sie die Anhebung der Grund- und Gewerbesteuer kategorisch ab. "Wir wollen doch nicht alle vertreiben", betonte Kerstin Michelchen. Darin wurde sie nachhaltig von den Stadtverordneten unterstützt. Die Anpassung der Friedhofsgebühren sei in Arbeit, hieß es seitens der Verwaltung, die Hundesteuersatzung wurde für Stadt und Ortsteile bereits beschlossen. Die von der Kommunalaufsicht vorgeschlagenen Verkäufe aus dem Grundstücksbestand ernteten von der Bürgermeisterin nur ein müdes Lächeln. "Es wird ständig versucht, was zu verkaufen, doch hier braucht niemand Häuser", sagte sie. Amtsdirektor Bernd Boschan hält die Einsparungen für nicht ausreichend, um einen genehmigten Haushalt für Lieberose und weitere Kassenkredite von der Bank zu bekommen. "Eventuell ist die Bank nicht mit den Bemühungen einverstanden", sagte er. "Wenn die Bank zumacht", so Kerstin Michelchen, "kriegt niemand mehr Geld. Dann ist der Ofen aus." "Und es kann die Verwaltung der Stadt angeordnet werden", so Boschan.