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Lehder Wirte danken den Helfern

Auch den eindrucksvollen Kachelofen im Wirtsraum mussten Sabine Koal und ihr Mann Horst erneuern lassen.
Auch den eindrucksvollen Kachelofen im Wirtsraum mussten Sabine Koal und ihr Mann Horst erneuern lassen. FOTO: Daniel Preikschat
Lehde. Sabine und Horst Koal mussten zur Wiedereröffnung keine Werbung machen. Die Leute kamen auch so am 1. Juni in das idyllisch am Fließ gelegene Ausflugslokal Kaupen No. 6 in Lehde. Daniel Preikschat

Denn nach der schlimmen Brandnacht im August vorigen Jahres verfolgten viele Lübbenauer aufmerksam, wie es mit den Sanierungs- und Renovierungsarbeiten voranging. Sicher auch aus Neugier. Doch was den Koals vor allem entgegenschlug, war Hilfsbereitschaft.

Anders, sagt die Lehder Wirtin, wäre es mit der Wiedereröffnung so schnell nichts geworden. Handwerkerfirmen aus der Region waren sofort mit Mitarbeitern und Technik zur Stelle, um ihren Teil beizutragen. Dachdecker, Elektriker, Tischler und Fliesenleger, um nur einige Gewerke zu nennen, arbeiteten oft zeitgleich in dem gerade im Innenbereich schwer beschädigten Haus. Die Küche, wo der Brandherd war, musste komplett erneuert werden, aber auch Böden, Wandverkleidung, Fenster und Kachelofen. Alles war hinüber. Zu schweigen von der Einrichtung, Möbel, Theke, Bestuhlung. Sogar Balken mussten ausgetauscht werden. Die zügige Sanierung sei umso mehr zu würdigen, da der Gebäudekomplex mit Gaststätte und Wohnhaus so abgelegen sei.

Ein Umstand, der schon die Löscharbeiten in der Brandnacht erschwert hatte. Die Koals hätten diese Nacht wohl kaum überlebt, hätte sie nicht ein Lichttechniker rechtzeitig geweckt. Er hatte damals wegen einer Lichtnacht-Kahnfahrt nahe des Gasthauses zu tun. Glücklicherweise. Zu Dank verpflichtet seien die Koals auch der Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald, die sofort eine schöne Ersatzwohnung in der Altstadt anbot, sagt die Gastronomin: "Wir hatten Glück im Unglück." Denn auch finanziell konnten die Wirtsleute den Brand dank ihrer Versicherung verkraften.

Sie nutzten sogar die Gelegenheit, Dinge zu verbessern. Das fast 200 Jahre alte, auf Stelzen stehende Haus war im Laufe der Zeit leicht abgesackt und wurde im Zuge der Sanierung angehoben. Hohlräume, die sich in Wänden und Dach gebildet hatten, wurden verfüllt. Sodass ein erneuter Brand aufgrund eines technischen Defekts durch Tierverbiss künftig ausgeschlossen sein dürfte. Außerdem hat sich die Zuwegung etwas geändert und ist nun barrierefrei. Neu ist eine "Futterluke", die neben dem Restaurantbetrieb angeboten wird. Gäste bekommen hier einen Imbiss auf Porzellantellern. Sitzgelegenheiten und einer kleiner Spielplatz finden sich am Gasthaus auf einer Wiese.

Ihre vielen Helfer laden die Koals am heutigen Freitag zu einer Dankeschönveranstaltung ein. Auf einer überarbeiteten Internetseite wird zudem die Wiedereröffnung in den nächsten Tagen mitgeteilt.