ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:08 Uhr

Lehde-Fest am Wochenende
Lehder investieren in ihre Heimat

Die Pflege von Fliesen und Wiesen hat sich der Förderverein Lehde zur Aufgabe gemacht.
Die Pflege von Fliesen und Wiesen hat sich der Förderverein Lehde zur Aufgabe gemacht. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lehde. Ein Verein pflegt Fließe und Wiesen, finanzielle Hilfe leisten Sponsoren – und Festbesucher. Von Daniel Preikschat

Hier hinein hätte man vor einem Jahr noch gar nicht einbiegen können mit dem Kahn. Das Fließ war verkrautet, vom Ufer ragten Äste übers Wasser, erzählt Andreas Kilka vom Lehder Förderverein. Im März, als die Spreewaldfließe für eine Woche zugefroren waren, nutzten das Kilka und seine Mitstreiter aus, um übers Eis gut an das unerwünschte Gesträuch und Gestrüpp heranzukommen und es zu entfernen. Erst neuerdings, erzählt der stellvertretende Vereinsvorsitzende, widme man sich auch der Pflege von Fließen in und um Lehde.

Schon länger, seit etwa fünf Jahren, hat der Verein sechs Splitterflächen in seiner Obhut. Obhut bedeutet, dass die Wiesen mindestens zweimal im Jahr gemäht werden. Mit dem Transportkahn werde dazu ein kleiner Traktor zur Wiese gebracht, erklärt Landwirt Schilka. Am Uferbereich, zwischen den Bäumen, müsse dann immer noch in mühsamer Handarbeit, mit Sense und Freischneider, nachgearbeitet werden. Man kooperiere auch mit den Fischern und anderen Leuten aus dem Dorf und bitten sie, sich die Zeit dafür zu nehmen. „Wir können nur eine Aufwandsentschädigung zahlen“, so der Lehder. Wer mitmacht, tue dies wohl vor allem seiner Heimat und der Natur zuliebe. Vielleicht auch, um Lehde weiter für Gäste attraktiv zu machen. „Die Flächen liegen an touristisch relevanten Routen“, sagt Kilkam.

Beim Lehde-Fest hat der Kahnkorso am Sonntag Tradition – hier ein Foto aus dem Jahr 2016.
Beim Lehde-Fest hat der Kahnkorso am Sonntag Tradition – hier ein Foto aus dem Jahr 2016. FOTO: Peter Becker

Ein ähnliches Ziel verfolge auch die Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald, die Spreewald-Aktien verkauft, um Geld zu akquirieren. Der Lehder Verein hat ebenfalls eine gute Einnahmequelle aufgetan. Die Eintrittsgelder für das alljährliche Lehde-Fest kommen sämtlich dem Förderverein zugute. Bedenkt man, dass Hunderte Besucher für ein regionaltypisches Programm mit hiesigen Akteuren gern den moderaten Eintrittspreis zahlen, lässt sich abschätzen, wie viel Geld zusammenkommt. Zum Kahnkorso am Sonntag kamen zuletzt sogar Tausende Besucher, um mehr als 40 geschmückten Kähne anzuschauen und zu feiern.

Immer am letzten September-Wochenende findet das Lehde-Fest statt, 2018 zum 27. Mal. Vereinsvorsitzende Anita Storch wird es um 11 Uhr am Gasthaus „Zum fröhlichen Hecht“ eröffnen. Mit Trachtenfrauen und Spielmannszug geht es zur Festwiese. Schauschobern und -dreschen, Fischstechen und Einbaumwettfahren werden wieder nicht fehlen. Wie sagte doch Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), als er das 25. Fest besuchte: „Hier in Lehde wird gezeigt, wie Altes wieder Leben bekommt.“