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Lausitz im Wandel der Jahrhunderte

Seit dem Ende des Mittelalters wurde im Eisenhammer in Peitz Raseneisenerz verarbeitet. Die dazu nötige Holzkohle erforderte Hunderte von Holzkohlemeilern. Im Tagebauvorfeld werden deren Spuren ausgegraben.
Seit dem Ende des Mittelalters wurde im Eisenhammer in Peitz Raseneisenerz verarbeitet. Die dazu nötige Holzkohle erforderte Hunderte von Holzkohlemeilern. Im Tagebauvorfeld werden deren Spuren ausgegraben. FOTO: H. Rösler
Raddusch. In der Slawenburg Raddusch wird Samstag die Ausstellung "Archäologische Landschaften" eröffnet. Die Fotos dokumentieren die Veränderungen und die Nutzung der Landschaft. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologische Landesmuseum haben die Präsentation zusammengestellt. red/bt

Landschaft spielt in der Archäologie eine vielfältige Rolle. Nicht zuletzt, weil Menschen zu jeder Zeit in und mit der sie umgebenden Landschaft interagiert haben. Eine der häufig gestellten Fragen ist die nach dem Landschaftsbild vergangener Zeiten. "Dabei spielt häufig ein romantisch verklärtes Ideal einer unberührten ‚natürlichen Landschaft' eine Rolle", erläutert Anja Bodschwinna vom Verein Slawenburg Raddusch. Die Landschaft werde als unmittelbare Umgebung menschlicher Gemeinschaften von der Steinzeit an vom Menschen beeinflusst und verändert, so Bodschwinna weiter.

Bereits Jäger und Sammler der Altsteinzeit griffen in den natürlichen Kreislauf ein. Bestimmte Wildarten wurden stärker bejagt als andere Tiere. Später veränderten die ersten Bauern in der Jungsteinzeit das Landschaftsbild grundlegend, Wälder wurden abgeholzt, gezähmte Tiere beweideten und verbissen den vorhandenen Bewuchs, um Siedlungen entstanden Felder mit bislang nicht heimischen Ackerfrüchten und Getreiden. Allmählich entstand unsere heutige Kulturlandschaft.

Über die Wechselwirkungen zwischen Menschen und der sie umgebenden Landschaft können Archäologie und Nachbarwissenschaften Auskunft geben. Unter welchen Bedingungen lebten Neandertaler bei uns? Was veränderte sich mit der bäuerlichen Kultur der ersten Ackerbauern? Welchen Anblick boten ein bronzezeitliches Dorf und der zugehörige Begräbnisplatz? Welche Auswirkungen hatten der massive Abbau und die Verhüttung von Raseneisenerz durch die Germanen? Was bedeutete der Eingriff der slawischen Bevölkerung in die Wandlandschaft, als im 9. Jahrhundert unzählige hölzerne Burgen entstanden?

"Die neue Ausstellung greift aus allen Zeitepochen Einzelbeispiele heraus und Aspekte auf, die die Landschaftsnutzung und -veränderungen erkennen lassen", so Anja Bodschwinna weiter. Die Archäologischen Landschaften in der Slawenburg werden am Samstag um 11 Uhr offiziell eröffnet.

Zum Thema:
Die Ausstellungseröffnung erfolgt parallel zum Marktplatz Lausitzer Kulturen im Hof der Slawenburg Raddusch. Dabei wird unter anderem steinzeitliche Feuersteinbearbeitung vorgestellt. Sitrame erzählt außerdem die slawische Sage von den Schwanenmädchen. Knochen- und Hornbarbeitung, Glasperlenherstllung und Schmiedehandwerk sind angekündigt. Die Ausstellung entstand 2015 im Rahmen von Kulturland Brandenburg "gestalten nutzen bewahren - Landschaft im Wandel".