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Langer Tag der Motoren wird lange nachhallen

Führungen durch die Bockwindmühle der Familie Schneider.
Führungen durch die Bockwindmühle der Familie Schneider. FOTO: Hegewald
Calau. Rennwagen vor der Anwandter-Apotheke, Harleys und Dampfmaschinen auf dem Markt, fliegende Traktoren in Stadtteil Altnau oder fesche Garderobe für "Motorbienen" – beim 2. Langen Tag der Motoren präsentierte sich Calau von seiner mobilen und technikverliebten Seite. Uwe Hegewald

"Das hat schon am Vormittag angefangen. Kaum waren die ersten Zweiräder und Motoren am Straßenrand aufgestellt, hielten Fahrzeuge, um die einzelnen Objekte zu bestaunen", schilderte Reinhard Bareinz die Situation vom Vormittag. Zu diesem Zeitpunkt ahnte der Schlosser, Technik-Restaurator und Altnauer "Museumsdirektor" der privaten, historischen Techniksammlung bereits, dass an diesem Tag mit einem Besucheransturm zu rechnen ist. Die Empfangsdame der "Mobilen Welt des Ostens", Julia Schmatloch, konnte das nur bestätigen: "Wir haben deutlich mehr Besucher als an normalen Öffnungstagen", so die Enkelin des Calauer Oldtimer-Experten, Rainer Schmatloch.

Er zählte zu den Calauer Fachleuten, die dem 2. Langen Tag der Motoren mit ihrem Wissen die Würze verliehen. Wie auch Wilfried Schneider von der Bockwindmühle oder Feuerwehrmann Frank Reimann, der auf 40 Berufskraftfahrerjahre zurückblickt und "seinen" historischen Horch-Feuerwehr-Schlauchwagen SW 12 (Baujahr 1955) aus dem Effeff erklärte. Siegfried Kossack zog mit Miniatur-Dampfmaschinen und einem Dampflokmodell der einstigen Spreewaldbahn auf den Markt. Die mit destilliertem Wasser und Feuerzeuggas angetriebenen Modelle, zogen bereits vor der Eröffnung die Blicke von Technikliebhabern auf sich.

"Schönes Spielzeug. Da geht einem das Herz auf", befand Bernd Blume, der extra aus Lübben für den Motorentag angereist war. Diesen allein auf altehrwürdige Antriebstechnik zu reduzieren, würde dem Calauer Spektakel nicht gerecht werden.

Auf der Cottbuser Straße flanierende Models vom Modehaus Hirsch, Erdgas- und Solarautos oder die Foto- und Skulpturenausstellung im Info-Punkt sorgten ebenso für Abwechslung, wie ADAC-Schulungen im Autohaus Kalz oder die flotten e-Bikes und e-Tandems von Bernd und Viola Kasprick aus Groß Mehßow. "So stelle ich mir bequemes Vorankommen vor", würdigte Karl-Heinz Lindt das Angebot von "Lectrick-Tandem-Tours" zu einer Testfahrt. Acht Kilometer zeigte der Computer an, obwohl der Krausnicker nur eine kurze Spritztour absolvieren wollte.

Bemerkenswert: Eine stattliche Anzahl von Besuchern reiste selbst mit altehrwürdigen Fahrzeugen an, was dem langen Tag der Motoren zusätzlichen Charme verlieh. Erika Förster war erfreut, unter dem wissensdurstigen Volk viele Ex-Calauer wiedererkannt zu haben. "Die Leute haben das Angebot unserer Stadt mit einer Stippvisite in der alten Heimat verknüpft", so die Calauer Museums- und Gästeführerin. Wie alle Befragten zeigte auch sie sich von der großen Besucherresonanz erfreut.

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