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| 12:30 Uhr

Infektionskrankheit Brucellose
Landwirte erholen sich nach Seuchen-Schock

Dr. Carolin Schilde, Staatssekretärin im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) und OSL-Landrat Siegurd Heinze (r.) haben die Landboden Bronkow Agrar GmbH besucht. Vom Ausbruch der seltenen bakteriellen Infektionskrankheit Brucellose im Juni 2017 hat sich der Landwirtschaftsbetrieb mittlerweile wieder erholt.
Dr. Carolin Schilde, Staatssekretärin im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) und OSL-Landrat Siegurd Heinze (r.) haben die Landboden Bronkow Agrar GmbH besucht. Vom Ausbruch der seltenen bakteriellen Infektionskrankheit Brucellose im Juni 2017 hat sich der Landwirtschaftsbetrieb mittlerweile wieder erholt. FOTO: Sarah Werner / Landkreis OSL
Bronkow. Bronkower Agrarbetrieb musste nach dem Ausbruch der Infektionskrankheit Brucellose im Juni vergangenen Jahres 1405 Schweine töten.

Nach dem Ausbruch der Infektionskrankheit Brucellose im Juni vergangenen Jahres hat sich die Landboden Bronkow Agrar GmbH aus eigener Kraft wieder erholt. Das wurde jetzt bei einem Besuch von Dr. Carolin Schilde, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium (MLUL) und OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) deutlich. Mehr noch: „Die Bronkower starten mit frischen Ideen und Investitionen in das neue Jahr“, teilt Kreissprecherin Sarah Werner mit. So wurde erst im Dezember ein umgebauter Kälberstall in der Milchviehanlage in Betrieb genommen. Planungen für den Neubau eines Abferkelstalls sind weit vorangeschritten und sollen, bei erteilter Baugenehmigung, möglichst zeitnah umgesetzt werden. Auch darüber hinaus plane man für die Zukunft weitere Projekte. Den Kopf hängen lassen, dies komme für ihn und die über 80 Mitarbeiter nicht infrage, machte Geschäftsführer Rainer Wendland den Gästen deutlich.

Etwas mehr als ein halbes Jahr ist es her, dass die Veterinäre im Schweinebestand des Landwirtschaftsbetriebes die seltene bakterielle Infektionskrankheit Brucellose feststellten. Das Töten des gesamten Schweinebestandes der betroffenen Anlagenteile - 1405 Tiere - war die Konsequenz. Ein Schock für das Unternehmen, der hohe wirtschaftliche Einbußen bedeutete, und eine emotionale Belastung für alle Beteiligten, die an der Keulung der Tiere mitwirkten. Heute blicken die Bronkower wieder positiv nach vorn. Mit den vier Betrieben am Standort und deren unterschiedlicher Ausrichtung ist das Unternehmen breit aufgestellt. Neben der Produktion von Milch, Schweinen, Rindern und Eiern zählen auch der Anbau von Getreide, Öl- und Eiweißfrüchten und Kartoffeln sowie die Schlachtung, Verarbeitung und Selbstvermarktung von Produkten zum Portfolio. Die Mitarbeiter unterhalten zudem eine Bauernküche und eigene Verkaufsstellen. Der Tierbestand umfasst 400 Milchkühe, 170 Mutterkühe, 180 Mastbullen, 200 Zuchtsauen, 1700 Mastschweine und 1000 Legehennen.

Die Aufarbeitung des Themas spiele für den Betrieb nach wie vor eine wichtige Rolle. So gab es neben einer engmaschigen fachlichen Begleitung durch das Veterinäramt zusätzliche Auswertungsangebote auf Landkreis- und Landesebene, die gern angenommen wurden. Intern wurde das Hygienekonzept unter dem besonderen Aspekt des Seuchenschutzes grundlegend überarbeitet. Bestehende Schutzmechanismen wurden optimiert, weitere installiert. „Diese werden konsequent umgesetzt“, so Werner. Aktuell startet der Umbau der Sauenanlage. Hier sollen künftig hochmoderne Hygiene-Schleusen dafür sorgen, dass Krankheitserreger nicht in die Anlage gelangen und die Tiere infizieren. Der Zugang zur Anlage ist nur geschulten Mitarbeitern vorbehalten.

„Ich freue mich, dass der Betrieb aus eigener Kraft und mit hohem Engagement eine schwierige Situation bravurös gemeistert hat“, sagte Staatssekretärin Schilde. „Es ist beispielhaft, wie der Landwirtschaftsbetrieb das Thema angegangen und mit daraus gemachten Erfahrungen fast schon gestärkt hervor gegangen ist“, erklärte Landrat Heinze. Die ständige Gefahr werde einem angesichts der aktuellen Diskussionen um die Afrikanische Schweinepest immer wieder vor Augen geführt. Ein gutes Hygienekonzept sei ein wichtiger Schritt, um das Ausbreiten von Seuchen zu verhindern.

(jag)