ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:15 Uhr

Landwirtschaft
Landwirt unterstützt Jungzüchter

Peter Schollbach mit zwei erfolgreichen Vorführern seiner Rinder. Theresa Betker (Mitte) zeigte Richterin Friederike Nagel Kuh Svea, Fabian Rohra Kalb Petrus. Ganz links die Vorsitzende des Brandenburger Jungzüchtervereins Stephanie Pietzsch.
Peter Schollbach mit zwei erfolgreichen Vorführern seiner Rinder. Theresa Betker (Mitte) zeigte Richterin Friederike Nagel Kuh Svea, Fabian Rohra Kalb Petrus. Ganz links die Vorsitzende des Brandenburger Jungzüchtervereins Stephanie Pietzsch. FOTO: RBB Rinderproduktion Berlin-Bran / RBB
Kemmen. Kemmener Peter Schollbach stellt dem Nachwuchs Rinder zur Verfügung und bildet selbst aus.

Maximilian Schneider hatte mit Sissy wenig Probleme. Folgsam ließ sich die über eine halbe Tonne schwere Uckermärker-Kuh von dem Landwirt-Azubi aus Calau herumführen. Sie hielt an, setzte sich wieder in Bewegung und drehte sich. Genau so, wie es die 19-Jährige wollte. Die Wertungsrichter bei der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) kürzlich in Paaren-Glien waren beeindruckt. Der Azubi vom Gut Kemmen bei Calau wurde Erster in seiner Altersklasse. Und immerhin drittbester Vorführer bei den Jungzüchtern insgesamt.

Ausbilder Peter Schollbach, den viele in Calau auch als Stadtverordneten der Ländlichen Wählergemeinschaft (LW) kennen, durfte zufrieden sein. Mit seinem Lehrling, aber auch mit den sechs Kühen, die er mit nach Paaren/Glien gebracht hatte. Denn auch Sissy selbst war erfolgreich und bekam eine 1 a-Platzierung bei den Uckermärker-Färsen. Genau so wie Erstkalbkuh Samira mit ihrem Kalb. Für Svea und Paula reichte es für 1 c und 1 b-Platzierungen. Fast noch mehr indes freuen Schollbach die Erfolge der Jungzüchter, die mit seinen Tieren ebenfalls Top-Vorführleistungen zeigen konnten. Fünf Jugendliche wurde als beste Vorführer in ihrer Altersklasse gekürt. Theresa Betker zum Beispiel, 21 Jahre alt, glänzte mit Svea, Fabian Rohra, zwölf Jahre, mit Kalb Petrus.

Seine Tiere stellt der Kemmener dem Brandenburgischen Jungzüchterverein seit Jahren regelmäßig zur Verfügung. Entweder werden die Rinder zu Veranstaltungen transportiert oder die Jungzüchter kommen zu ihm aufs Gut Kemmen. 90 Rinder hält der Landwirt, zieht sie auf und gibt sie weiter an Zuchtbetriebe. Abnehmer kommen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, aber auch aus Hessen und Tschechien.

Wer bei ihm lernt, sagt Schollbach, beschäftige sich täglich mit Rindern. Im Winter mehr als im Sommer, wenn sie viel auf der Weide stehen. Meist könne er den fertigen Azubi gar nicht übernehmen, der aber in jedem Fall gute Berufsperspektiven habe. Gerade, wenn er sich später noch fortbildet, sind auch sehr gut bezahlte Jobs zu bekommen. Die BraLa nutzt Peter Schollbach daher auch, um für seinen Betrieb zu werben und bei jungen Menschen Interesse zu wecken für den Beruf.

Somit macht es Peter Schollbach wohl auch aus Sicht des brandenburgischen Agrarministers genau richtig. Jörg Vogelsänger hatte auf der BraLa nochmals auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die Betriebe haben, geeignete Jugendliche für die Ausbildungsstellen zu finden. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse im Agrarbereich sei in Brandenburg von 412 im Jahr 2016 auf nur noch 363 im vergangenen Jahr gesunken, nannte Vogelsänger Zahlen. Schollbach ergänzt noch, dass sich in den kommenden Jahren viele Betriebsleiter in den Ruhestand verabschieden werden. Sich selbst zählt er auch dazu. Zugleich würden nun die geburtenschwachen Jahrgänge das Azubi-Alter erreichen.

Ein weiteres Argument immerhin, das Peter Schollbach für sein Gut Kemmen anführen könnte, ist die ökologische Betriebsführung. Weder bei der Getreideproduktion noch bei der Tierzucht komme Chemie zum Einsatz, sagt der Landwirt. Von ihm beliefert wird unter anderem in Müschen.