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Landkreis hält an Flüchtlingsheim in Kittlitz fest

Das Gebäude der Förderschule von Kittlitz, einem Ortsteil von Lübbenau im Spreewald (Brandenburg), fotografiert am 22.04.2015. Am selben Tag fand eine Pressekonferenz im Rathaus von Lübbenau zur geplanten Unterbringung von Asylbewerbern in der Förderschule statt. Nach dem Wirbel um ein geplantes Flüchtlingsheim im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz hält der Kreis Oberspreewald-Lausitz weiter an dem Standort fest.
Das Gebäude der Förderschule von Kittlitz, einem Ortsteil von Lübbenau im Spreewald (Brandenburg), fotografiert am 22.04.2015. Am selben Tag fand eine Pressekonferenz im Rathaus von Lübbenau zur geplanten Unterbringung von Asylbewerbern in der Förderschule statt. Nach dem Wirbel um ein geplantes Flüchtlingsheim im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz hält der Kreis Oberspreewald-Lausitz weiter an dem Standort fest. FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Lübbenau. Es gab Drohschreiben und viel Unmut in dem kleinen Ortsteil Kittlitz im Spreewald wegen eines geplanten Flüchtlingsheims. Der Landkreis hat jetzt erneut klargestellt: Die ersten Asylbewerber sollen Ende des Jahres kommen.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hält an dem geplanten Flüchtlingsheim im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz fest und will dazu stärker mit den Einwohnern ins Gespräch kommen. Für den 5. Mai sei ein Infoabend geplant, sagte Landrat Siegurd Heinze (parteilos) am Mittwoch in Lübbenau. In einer Förderschule sollen ab Ende 2015 bis zu 130 Einwohner für voraussichtlich drei Jahre untergebracht werden. In dem Ortsteil leben derzeit 137 Einwohner. Der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) hatte im Zusammenhang mit den Asyl-Plänen Drohschreiben erhalten.

Heinze betonte zu den Plänen: „Wir bleiben dabei.“ Es gebe derzeit auch keine Alternativen. Der Ortsteil liegt etwas entfernt vom Lübbenauer Zentrum. Deshalb sei eine direkte Busverbindung angedacht, kündigte Heinze an. Im Spätsommer werde voraussichtlich der Umbau der Förderschule beginnen.

Wenzel sagte, dass in der Zwischenzeit keine weiteren Drohschreiben bei ihm eingegangen seien. Mit den Drohungen seien Grenzen verletzt worden. Zugleich betonte er, dass Lübbenau und der Spreewald weltoffen und gastfreundlich seien.

Unlängst war der Ortsvorsteher von Kittlitz zurückgetreten. Ein Grund dafür war laut Landkreis das Medienecho auf die Diskussion um das Flüchtlingsheim. Der neue Ortsvorsteher, Volkmar Schlosshauer (parteilos), beschrieb die Stimmung in Kittlitz so: „Zurzeit herrscht so etwas wie eine abwartende Ruhe.“ Er hoffe auch mit Blick auf die Einwohnerzahl, dass der Landkreis weniger Flüchtlinge nach Kittlitz bringt als die geplante Höchstzahl von 130.

Derzeit leben laut Landkreis 437 Flüchtlinge in Oberspreewald-Lausitz. Standorte sind unter anderem Sedlitz und Lauchhammer mit Gemeinschaftsunterkünften. Mehr als 100 Flüchtlinge leben in Wohnungen. Der Kreis hat einen Aufruf an private und gewerbliche Vermieter gestartet, um Wohnungsangebote mitzuteilen.

Ganz Brandenburg muss laut Innenministerium vermutlich in diesem Jahr mehr Flüchtlinge aufnehmen, als die 9200 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prognostizierten Menschen.