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| 01:08 Uhr

Kur verschoben, Sohn versäumt Schulwochen

Vetschau.. Nur für sich da sein, sich erholen und die beiden kleinen Geister dabei – die 34-jährige Annett Frenzel aus Vetschau bekam eine Mutter-Kind-Kur und freute sich schon auf den 9. Juli, also den morgigen Tag, denn da sollte es losgehen, für drei Wochen. H. Kuschy

Wird es aber nicht, die Kur musste sie verschieben, dadurch verpasst der Große drei Wochen seiner jetzt beginnenden Schulzeit.
Die Vetschauerin ist arbeitslos und befindet sich derzeit in einer Weiterbildung, bezieht also ein so genanntes Unterhaltsgeld. In die Zeit des ursprünglich geplanten Kuraufenthaltes würde jener Tag fallen, an dem Annett Frenzel die Zahlung von Arbeitslosenhilfe beantragen muss. Das Arbeitsamt würde für die entsprechende Zeit bis zur Rückkehr von der Kur und dem verspäteten Antrag auf Arbeitslosenhilfe auch nicht zahlen, bestätigte die Lübbenauer Arbeitsamts-Chefin Sabine Lehnert.
Mit zwei Kindern aber ist eine arbeitslose Frau auf jeden Cent angewiesen und so wandte sich die Vetschauerin an ihre Krankenkasse. Doch auch von hier ein klares Nein, da es sich nicht um einen Fall von Krankheit handele, für den die Kasse aufzukommen hätte, es sei kein Beispiel für Arbeitsunfähigkeit.
„Der Zeitpunkt für die Kur ist tatsächlich ungünstig“ , so Sabine Lehnert. „Bis zum 14. Juli zahlen wir ein Unterhaltsgeld. Der Antrag auf Arbeitslosenhilfe könnte also in der Zeit der Kur nicht gestellt werden. Über den 17. Juli als Kurbeginn zum Beispiel könnte man schon wieder reden. Andernfalls wäre Frau Frenzel vom 15. bis 30. Juli ohne Leistung unsererseits“ , so die Arbeitsamts-Chefin. Der Antrag auf Arbeitslosenhilfe könne, wie sie klar machte, auch nicht vor Kurantritt eingereicht werden, damit er zum Zeitpunkt der neuen Leistung, also der Arbeitslosenhilfe, vorliege. „Die Frau steht ja in diesem Falle dann dem Arbeitsamt nicht zur Verfügung“ , begründet Sabine Lehnert.
Annett Frenzel also war gezwungen, einen von drei vorgeschlagenen Terminen anzunehmen, um die Kur zu verschieben. Die Einschulung ihres Sprösslings ist am 16. August, am 18. geht er das erste Mal in die Schule.
Nun wird es so kommen, dass der Junge drei Wochen gleich am Schuljahresbeginn verpasst. Denn am 22. August geht es nun endgültig für drei Wochen zur Kur ins Zittauer Gebirge. Nur so erhält die Vetschauerin die ihr zustehende finanzielle Leistung des Arbeitsamtes.