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| 16:14 Uhr

Neue Sehenswürdigkeit
„Löffel“ löffelt braunes Wasser aus

Gregor Krampitz, Antje Krampitz, Matthias Mutschke, Matthias Nevoigt (v.l) stellen das Kunstwerk am Fließ auf. Die ersten Spreewald-Besucher haben den „Löffel“ bereits bewundert.
Gregor Krampitz, Antje Krampitz, Matthias Mutschke, Matthias Nevoigt (v.l) stellen das Kunstwerk am Fließ auf. Die ersten Spreewald-Besucher haben den „Löffel“ bereits bewundert. FOTO: Peter Becker
Raddusch. Kunstwerk der Aquamediale findet seinen Platz in Raddusch.

Ein Projekt des Radduscher Kunstvereins konnte in diesen Tagen erfolgreich abgeschlossen werden: Der „Löffel“, ein Werk des Berliner Künstlers Gregor Krampitz, ist an der Radduscher Kahnfahrt aufgestellt worden.

Er stand bereits zur Aquamediale 2017 in Lübben und konnte auf Initiative des Vereins nach einer Restaurierung nach Raddusch umgesetzt werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass gerade in Raddusch die Ockerbelastung am größten ist. Der Löffel steht wie kaum ein anderes Kunstwerk für das „Auslöffeln der Suppe“. Der Eisenocker als Folge des Bergbaus führte unter anderem zur Braunfärbung in den Fließen. Der Radduscher Hotelier Torsten Seidel war von diesem Kunstprojekt sehr angetan und hat sich bereiterklärt, die Kosten für die Aufstellung zu übernehmen.

Gregor Krampitz ist Photo-Stahlkünstler und wurde bereits mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet. Sein ursprünglicher Gedanke war es, die Welt wieder aus der Sicht eines unvoreingenommenen Kindes, eines gerade die Welt entdeckenden, zu zeigen. Der Löffel dürfte dabei einer der ersten Gegenstände sein, die von Kindern wahrgenommen werden.

Inzwischen ergibt sich eine ganz neue Interpretation, eben die vom Auslöffeln der vom Menschen gemachten Umweltprobleme. Krampnitz provoziert mit seinem Werk die brisante Frage nach der Verhältnismäßigkeit, ein Wort, in dem Verhalten und Mäßigkeit angemahnt werden. Der überdimensionierte Löffel, von Menschenhand geführt, frisst sich täglich in die begrenzten Ressourcen der Natur. Der Bogen schließt sich beim ursprünglichen Anliegen, denn die Kinder werden es sein, die mit den jetzt entstehenden Umweltproblemen leben müssen.

Der Radduscher Kunstverein kann sich vorstellen, dass sich auch noch andere Künstler entlang der Radduscher Kahnfahrt etablieren. Auch die künstlerische Ausprägung des Dorfplatzes und der Ortseingangsgestaltung sind zwei weitere erklärte Projekte des Vereins. Die Mitglieder betreiben unter anderem auch die Kunstscheune im Ort.