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Kunstobjekte für Kreisverkehr

Dietrich Lusici sorgte mit seinen Modellen im Tourismusausschuss für erste Diskussionen.
Dietrich Lusici sorgte mit seinen Modellen im Tourismusausschuss für erste Diskussionen. FOTO: Preikschat
Vetschau. Wie in einem Künstleratelier konnten sich die Mitglieder des Vetschauer Tourismusausschusses diese Woche im Sitzungssaal des Bürgerhauses vorkommen. Vier sehr bunte und skurril anmutende Skulpturen, alle etwa einen Meter hoch, standen auf einer Tischreihe zur Ansicht. Daniel Preikschat

Wer von den Besuchern der Sitzung noch nicht wusste, was es mit dieser kleinen Installation auf sich hatte, den klärte Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) auf: Für die vier Kreisverkehre in Vetschau, von denen zwei noch in Planung sind, sollen Kunstobjekte geschaffen werden. Unikate, mit denen die Stadt touristisch für sich werben kann.

Kanzler hatte deshalb bereits vor einem Jahr den Zerkwitzer Künstler Dietrich Lusici besucht, der beispielsweise 2007 in Lübbenau ein großes Giebelbild gefertigt hat. Lusici machte sich daraufhin ans Werk. Er ließ die vier Kreisverkehr-Standorte in Vetschau auf sich wirken, begann zu zeichnen, fertigte am Ende die vier Modelle an. Aus Stahl sollen sie später groß nachgebaut und lackiert werden, erklärte er im Ausschuss. Durchmesser, Größe, Gewicht, bautechnische Herausforderungen - dazu könne er heute noch nichts sagen, so Lucici. Lieber sprach er im Ausschuss über seine künstlerischen Ideen und die beabsichtigte Wirkung.

Bei aller offensichtlichen Unterschiedlichkeit gilt für alle Entwürfe, dass sie "nicht das Übliche" darstellen sollen. Um das Universelle gehe es, nicht um das Provinzielle. Neue Welten soll sich der Betrachter erschließen können, Daseinsfreude soll sich ihm vermitteln, Schaulust geweckt werden.

Im Ausschuss waren erste Reaktionen ganz verschieden. "Interessant" und "schön", befand Christiane Zimmermann. Angetan war auch Undine Ast. Vetschau müsse nicht der 30. Ort sein, der Kahn, Schober oder Trachtenfrau in den Kreisel stellt. Ähnlich sah es Susan Götze (Linke): Mal was anderes seien Lusicis Kunstobjekte, nicht so altbacken. Möglich sei außerdem, sie Touristen als Steckmodelle oder Postkarten anzubieten.

Dietmar Schmidt (CDU) hingegen sagten die Entwürfe gar nicht zu: "Das kann überall stehen." Nichts, was Vetschau ausmacht, sei hier eingefangen. Gunther Schmidt (CDU) erinnerte daran, dass Vetschau nicht die besten Erfahrungen mit Kunst gemacht habe. Womit er möglicherweise den Winkel auf dem Marktplatz meinte. Urheberrechte und Unterhaltungspflichten seien zu bedenken.

Winfried Böhmer (Linke) merkte an: "Die Vetschauer müssen sich mit den Kunstobjekten identifizieren können." So etwas zu bauen, sei in der Stadt "ein Politikum". Böhmers Vorschlag, über die Kreisel-Kunstwerke öffentlich breit diskutieren zu lassen, begrüßte Bürgermeister Kanzler. Vorerst könnten Lusicis Modelle im Schloss angeschaut werden, wo man für sie einen Platz gefunden hat.