Von Daniel Preikschat

Für ausreichend Holz haben die Freunde der Lübbenaubrücke schon mal gesorgt. 30 Stämme, überwiegend Eiche, lagern nahe des Spreewaldhafens und werden diesen Freitag zum Kirchplatz transportiert. Sodass am Samstag vor dem Rathaus wieder die Motorsägen angeworfen werden können. 15 Bildhauer bringen das Material in die von ihnen gewünschte Form und haben dafür bis Freitag, 20. September, Zeit. Die Versteigerung der Skulpturen am Samstag bei einer Kunstauktion dürfte einer der Höhepunkte des nunmehr 11. Spreewaldateliers sein.

Die Veranstalter vom Verein Freunde der Lübbenaubrücke halten am bewährten Konzept fest: 15 Bildhauer und zehn Karikaturisten wird der zentralste und belebteste Platz als öffentliche Werkstatt überlassen. Lübbenauer und Besucher der Stadt sind ausdrücklich eingeladen, sich den kreativen Prozess anzuschauen. Mehr als das: Erneut öffnet auf dem Kirchplatz an jedem Tag in der Woche von 10 bis 18 Uhr eine Kreativschule für Holz- und Steinbildhauerei.

Zeitgleich – und das ist eine der Besonderheiten des Spreewald­ateliers in diesem Jahr – gibt es auf dem Kirchplatz außerdem eine Mitmachaktion. Bildhauer Silvio Ukat verarbeitet mit den Mitmachern Plastik-Müll. Weggeworfene Flaschen, Becher oder Teller werden geschmolzen, geschnitten, geknickt, gerissen, geklebt und/oder besprüht. Herauskommen sollen dabei schöne Tierfiguren.

Das derzeit viel diskutierte Thema Plastikmüll will auch Bildhauer Steffen Mertens aus Cottbus aufgreifen. Indem er, ebenfalls unter Mithilfe von Spreewaldatelierbesuchern, Plastikprodukte auf Baustahlskelette montiert. Entstehen sollen dabei von Mertens so genannte „Zauberlehrlinge“. Mit dieser Namensgebung soll angespielt werden auf die entfesselte Plastikmüll-Produktion, die der Mensch nun kaum mehr  stoppen kann, so Jürgen Othmer von den Freunden der Lübbenaubrücke. Das Wort „Plastik“ für die auf diese Weise entstehenden Kunstwerke bekommt so eine Doppelbedeutung. Sensibilisieren für das Thema werde zudem eine kleine Ausstellung im Künstlerzelt der Karikaturisten.

Weitere Besonderheit in diesem Jahr ist der Einfluss Theodor Fontanes auf das Kunstspektakel an seinem 200. Geburtstag. Karikaturist Reiner Schwalme hat mit einer Fontane-Zeichnung, die auf dem Spreewaldatelier-Flyer zu sehen ist, schon eine Kostprobe gegeben. Queenie Nopper von der Lübbenaubrücke rechnet aber damit, dass der Dichter weitere Karikaturisten und Bildhauer inspiriert. Künstlerisch an Fontane erinnern werden auf jeden Fall Schauspieler Ahmad Mesgarha und Organist Joao Segurado. „Orgel begleitet Fontane“ heißt ihr Vortrag am Mittwoch, 18. September, um 18.30 Uhr in der Nikolaikirche.