| 14:08 Uhr

Vetschau
UC lebt Treue zum Spendenverein

In Weihnachtsstimmung versetzt wurden Besucher des Advents- und Benefizkonzertes am 2. Adventssonntag in der Wendischen Kirche Vetschau. Die Lübbenauer Band UnConditional, kurz UC genannt, begeisterte mit immer wieder gern gehörten Weihnachtsliedern und internationalen Balladen. Gelegentlich nutzte Thordis Radfan die lockere Stimmung für das sprichwörtliche Bad in der Menge.  .
In Weihnachtsstimmung versetzt wurden Besucher des Advents- und Benefizkonzertes am 2. Adventssonntag in der Wendischen Kirche Vetschau. Die Lübbenauer Band UnConditional, kurz UC genannt, begeisterte mit immer wieder gern gehörten Weihnachtsliedern und internationalen Balladen. Gelegentlich nutzte Thordis Radfan die lockere Stimmung für das sprichwörtliche Bad in der Menge. . FOTO: Uwe Hegewald
Vetscha/Lübebnau. Lübbenauer Band spielt in Vetschau mehrere hundert Euro für „Wir helfen“ ein und würde gern weitere Konzerte geben, darunter auch in der Lübbenauer Nikolaikirche.

Mitunter können Presseleute mächtig nerven. So etwa, wenn ein Zeitungsmensch an einem Sonntag vor 9 Uhr zum Telefonhörer greift, um in Erfahrung zu bringen, ob für das Weihnachtskonzert am Nachmittag in der Wendischen Kirche Vetschau alle an Bord sind.

Zum Glück hatte der Schreck in der Morgenstunde keine Auswirkungen auf die unterhaltsame Musikveranstaltung. „Für Musiker ist 9 Uhr mitten in der Nacht“, stellt Detlef Gleisberg-Radfan mit einem Augenzwinkern klar.

Bereits am Samstagmittag ist die Lübbenauer Band UnConditional mit tapferen Familienangehörigen und einem ziemlich besten Freund von der einen in die andere Spreewaldstadt gereist, um bis 21 Uhr ununterbrochen zu wirbeln. Kabel wurden verlegt, Spots und Lautsprecherboxen installiert und die überdimensionale Leinwand aufgerichtet, die UC-Konzerten neben akustischen auch optische Sinnesfreuden verleiht. „Seit November proben wir intensiv für dieses Konzert. Insbesondere neue Arrangements benötigen ihre Zeit, damit alle Töne sitzen“, berichtet Gleisberg-Radfan. Werden klassische Lieder etwa nicht wie vor 20 Jahren gesungen? „Keinesfalls“, betont der Keyboarder. „Wir sind immer am überlegen, wie wir klassische Weihnachtslieder neuen Pep verleihen können, ohne diese bis zur Unkenntlichkeit zu verfälschen. Die Ursprünglichkeit muss erhalten bleiben“, sagt er.

Seit 16 Jahren bittet UC an Adventssonntagen zu Weihnachtskonzerten wobei keine Musikveranstaltung der anderen gleicht. Was jedoch Bestand hat ist die Zusammenarbeit mit dem Spendenverein „Wir helfen“. Inzwischen beträgt die Spendensumme, die im Anschluss von UC-Konzerten oder den leider nicht mehr durchgeführten Spreewald-Talks gesammelt wurde auf stattliche 34 000 Euro.

Roswitha Schier hatte private Verpflichtungen zurückgestellt, um in Vetschau dabei sein zu können. Neben dem Genießen von Melodien und Poesie ging es der CDU-Landtagsabgeordneten auch darum, der Band für ihre anhaltende Vereinstreue zu danken. „Ihr habt maßgeblichen Anteil daran, dass wir im zurückliegenden Jahr 6000 Euro an 60 Familien in Vetschau, Lübbenau oder Calau weiterreichen konnten, die unverschuldet in Not geraten sind“, würdigte sie. In der Regel reichten die verfügbaren Mittel „nur“ dafür, Linderungen herbeizuführen oder um für ein paar wenige Augenblicke von schicksalhaften Tagen abzulenken. „Wir dürfen und werden die Menschen an unserer Seite nicht vergessen“, beteuerte und animierte Detlef Gleisberg-Radfan. Mit ein wenig Entgegenkommen, könnte die Spendensumme sogar noch anwachsen, teilt die Band mit. So bemühen sich Thordis, Monic, Danny Radfan und Familienoberhaupt Detlef um ein Weihnachtskonzert in der heimischen Nikolaikirche, einen Antrag habe das Quartett bereits zu Jahresanfang gestellt – eine Antwort blieb jedoch bisher aus. „Wir werden es weiter versuchen, vielleicht gibt es ja irgendwann ein Einlenken“ – die Band setzt weiter auf das Prinzip Hoffnung.

Auch die Altdöberner Kirche stehe nach zwei Jahren Pause wieder auf der Wunschliste. Apropos Wunschliste: professionell, souverän und für die Zuhörerschaft ergreifend wurde diese in der Vetschauer Kirche abgearbeitet und dabei von einem Phänomen begleitet. Kaum hatten die Lübbenauer Berufsmusiker „Leise rieselt der Schnee“ angestimmt, setzte vor dem Gotteshaus intensiver Flockenwirbel ein, um jedoch von einem weiteren Wirbel verdrängt zu werden – raschelnde und klimpernde 474,06 Euro in der Spendenbox von „Wir helfen“.

Dafür lohnt es sich schon mal, am Konzerttag zu nachtschlafender Zeit geweckt zu werden.