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| 15:22 Uhr

Kunstraum Spreewald
Wenn Schüler von Profis lernen

Dr. Jürgen Othmer (l.) und Queenie Nopper (r.) vom Projektbüro Lübbenaubrücke sowie Kurator Herbert Schirmer stellen das bald beginnende Künstler-Symposium „Landschaftssicht = Weltsicht“ im Kunstraum Spreewald vor. Im Kunstraum werden Aquamediale, Spektrale und Spreewaldatelier vereint.
Dr. Jürgen Othmer (l.) und Queenie Nopper (r.) vom Projektbüro Lübbenaubrücke sowie Kurator Herbert Schirmer stellen das bald beginnende Künstler-Symposium „Landschaftssicht = Weltsicht“ im Kunstraum Spreewald vor. Im Kunstraum werden Aquamediale, Spektrale und Spreewaldatelier vereint. FOTO: Rüdiger Hofmann
Lübbenau. Künstlersymposium „Landschaftssicht = Weltsicht“ ab 20. August in Lübbenau und Umgebung. Von Rüdiger Hofmann

Worauf kommt es bei der Anfertigung eines Bildes an? Dieser Frage können sich Lübbenauer Schüler ab dem 20. August stellen. Bis zum 8. September veranstaltet das Projektbüro Lübbenaubrücke e. V. ein Symposium im Kunstraum Spreewald. „Für drei Wochen treffen ausgewählte bildende Künstler in Lübbenau zusammen, um sich in der Wasserlandschaft des Spreewaldes künstlerisch mit dem Leitgedanken ’Landschaftssicht = Weltsicht’ auseinanderzusetzen“, informiert Jürgen Othmer, Projektleiter der Lübbenaubrücke.

Fünf Künstler aus Brandenburg und vier aus Sachsen werden der Frage nachgehen, wie sich die komplexe Spreewaldlandschaft in Bilder fassen lässt. Die philosophische Frage steht im Raum: Kann der nostalgische Blick auf die intakte Natur als Sehnsuchtsort in Widerspruch zur Lebenswirklichkeit im 21. Jahrhundert geraten? „Die künstlerischen Darstellungen sollen von vornherein über die Abbildung hinausgehen, Erfahrungsräume generieren, Beziehungen zur Umwelt eingehen, kritisch hinterfragen, Grenzen ziehen und durchbrechen“, sagt Kurator Herbert Schirmer.

Die Landschaft des Spreewaldes sei besonders reizvoll und ein Raum, der gestaltet, benutzt und insbesondere in DDR-Zeiten durch den radikalen Braunkohleabbau auch bedrängt und zerstört wurde, so Schirmer. In diesem Spannungsfeld werden die Künstler den Ort zum Ausgangspunkt eines künstlerischen Prozesses nehmen. „Sie wohnen und arbeiten dann überwiegend im Atelier des Projektbüros Lübbenaubrücke“, teilt Queenie Nopper mit.

Besonderheit: Während des dreiwöchigen Symposiums werden interessierte Lübbenauer Schüler zeitweilig an der Seite der Künstler arbeiten. Von der Kunstpädagogin Andrea Linz betreut, werden sie ihre eigenen Vorstellungen von Land und Leuten im Spreewald umsetzen. Die besten Arbeiten finden Eingang in eine Wanderausstellung, die in das Museum Schloss und Festung Senftenberg/Kunstsammlung Lausitz, zur Burg Beeskow und in die Vertikale-Galerie des Landkreises Dahme-Spreewald nach Lübben führt.

Bei der Umsetzung des Projektes wird es eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen geben, die unter dem Motto stehen: ‚Landschaftskunst heute: Abbild oder Sinnbild?’ Die oppositionelle Rolle der ehemaligen und legendären Clara-Mosch-Künstlergruppe – als Anagramm aus den Anfangssilben der Nachnamen von Carlfriedrich Claus, Thomas Ranft, Dagmar Ranft-Schinke, Michael Morgner und Gregor-Torsten Schade (Kozyk) zusammengesetzt – wird im Zeitraum von 1977 bis 1982 beleuchtet. Zudem ist ein Filmabend mit Künstlerporträts und eine Kunstauktion geplant.

„Den Anstoß zu Vorhaben und Ort des Symposiums gab 2016 die Ausstellung der Clara-Mosch-Gruppe 1977-1982 im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus, die unter dem Titel ‚Kunst in der DDR zwischen Repression und Selbstbestimmung’ stand“, sagt Kurator Herbert Schirmer.

Mit Thomas Ranft und Gregor Torsten Kozik sind zwei namhafte Mitbegründer der Künstlergruppe aus Chemnitz beim Symposium dabei. Hinzu kommen Madeleine Heublein aus Leipzig und Osmar Osten aus Chemnitz. Brandenburg ist vertreten durch Ulrike Hogrebe, Anne Heinlein, Christiane Bergelt sowie Micha Brendel aus Steinreich und Helge Leiberg.

Das Symposium wird unterstützt von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Land Brandenburg gemeinsam mit der Sparkasse Niederlausitz, dem Brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, dem Landkreis Dahme-Spreewald und der Stadt Lübbenau.