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Neue Ausstellung
Handwerk im Bild in der Slawenburg

Frank Gauditz stellt Fotos in der Slawenburg aus.
Frank Gauditz stellt Fotos in der Slawenburg aus. FOTO: Peter Becker
Raddusch. Von Peter Becker

Der gebürtige Vetschauer und heutige Potsdamer Frank Gaudlitz hat seine Fotoausstellung zum Handwerk fast genau an der Stelle eröffnet, an der er als Kind rumstromerte. „Wir haben uns als Jungen mit Holzschwertern bewaffnet und das Vetschauer Umland erobert“, erinnert er sich.

Dass hier mal die Slawenburg entstehen sollte, die zudem noch eine Ausstellung seiner Bilder zeigen wird, war natürlich nicht absehbar. Frank Gaudlitz berichtete am Freitagnachmittag: „Ich habe vor wenigen Tagen in Cusco (Peru) ebenfalls eine Ausstellung eröffnet. Ich bin den 2500 Kilometer langen Humboldtweg über die Anden gegangen und zeige die Fotos dieser Wanderung in der Ausstellung.“

Die Fotos in der Slawenburg zeigen ein ganz anderes Metier: Hier geht es um die Darstellung Brandenburger Handwerks, des traditionellen wie des etwas neuzeitlicheren.

Initiiert wurde das Projekt von der Kulturland Brandenburg GmbH unter dem Titel „handwerk zwischen gestern & übermorgen“. Unterstützung bekommt das Vorhabens von der Handwerkskammer Cottbus. „Wir wollen die Vielfalt der Handwerkerberufe zeigen, immerhin gibt es noch 130 Ausbildungsberufe, 70 davon im Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer. Die Fotos sollen das Interesse und die Lust bei jungen Menschen wecken, einen Handwerksberuf zu erlernen“, erklärt Handwerkssprecher Michel Havasi.

Brigitte Faber-Schmidt von der Kulturland Brandenburg GmbH sieht es ähnlich: „Handwerk ist ein Identitätsfaktor, es zeigt die Verbundenheit zur Heimat, zur Region und zur Sache selbst.“

Für Frank Gaudlitz war die Arbeit an dem Projekt eine wichtige Erfahrung. Für ihn sind Handwerker Meister ihres Fachs, sie verfügen über jede Menge Wissen und vor allen Dingen Geschick. „Und doch verändert sich das Handwerk, neue Herausforderungen finden sich in fast jedem Bereich. Ich nenne da das Beispiel der Müllerin Karin Steinmayer aus Luckenwalde, die Bio-Mehle produziert. Ihr Vater tut das immer noch als ‚modernen Mumpitz‘ ab, weil es das früher nicht gab und auch nicht geben brauchte. Oder die Messerschmidts aus Neu-Zittau, die ihre Saunabottiche heute weiter als bis in die Nachbarschaft verkaufen, nämlich bis ins tiefste Russland.“ Frank Gaudlitz berichtet in dem Zusammenhang von seiner nächsten Ausstellung: „Ich habe 30 Jahre lang die Entwicklung in Russland fotografisch begleitet. Diese Fotos wird es dann im Dieselkraftwerk Cottbus zu sehen geben.“

Die Ausstellung endet im März.