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Veranstaltung
Calauer lachende und tanzende Sieger

Seit mehreren Jahren erweist sich Country-Music mit DJ Goldi (68) als Besuchermagnet beim Calauer Stadtfest. Gestern vollzogen die Cowboys und -girls den musikalisch-tänzerischen Auftakt für den Abschlusstag des Treibens im Stadtzentrum.
Seit mehreren Jahren erweist sich Country-Music mit DJ Goldi (68) als Besuchermagnet beim Calauer Stadtfest. Gestern vollzogen die Cowboys und -girls den musikalisch-tänzerischen Auftakt für den Abschlusstag des Treibens im Stadtzentrum. FOTO: U. Hegewald/uhd1
Calau. Es darf wieder gelacht werden, schalt es durch die Witzestadt. Aber was heißt in Calau wieder? Die Stadt des Kalauers hat Witze und Humor für sich gepachtet und besitzt auch noch die Gabe, diesen Status gekonnt nach außen zu reflektieren. Uwe Hegewald / uhd1

So soll es sich etwa bei dem Gewitter Freitagnacht allein um das Echo des Calauer Höhenfeuerwerkes gehandelt haben. Die pyrotechnische Lichtshow über den Dächern der Stadt gehört zu den festen Größen beim Stadtfest wie Sperlichs Fahrgeschäfte, offene Museen, Ausstellungen, Bühnenprogramm oder das schützende Festzelt.

"Ohne unsere großzügigen Sponsoren wäre das alles bei freiem Eintritt nicht möglich", betont Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Einen weiteren Dank richtet er an Torsten Teichert, bei dem seit mehr als zehn Jahren die Fäden der Calauer Stadtfeste zusammenlaufen. Doch wie geht es weiter, wenn es den Chef vom "Hotel zur Post" demnächst auf die einsame (Spreewald-)Insel Wotschofska verschlägt? Gegenüber der RUNDSCHAU teilt der künftige Pächter des Gasthauses Wotschofska mit: "Dem Gasthaus im Spreewald gehört meine geschäftliche Zukunft. Was jedoch nicht heißen soll, dass ich die Zelte in Calau komplett abbreche. Wenn die Bitte an mich herangetragen wird, auch kommende Stadtfeste vorzubereiten und auszurichten, werde ich das gerne machen", stellt Torsten Teichert in Aussicht. Dass dieses Angebot auch für die jährlichen Weihnachtsmärkte gilt, zeigt, wie sehr sein Herz auch immer für Calau schlägt.

Geht es nach Marion Goyn, so könnten junge Rückkehrer-Familien das bevorstehende Weihnachtsfest schon in einer schicken Wohnung der Wohn- und Baugesellschaft Calau (WBC) genießen. "Die Rückkehrer-Aktion ist auf breiter Ebene angeschoben. Mit dem ersten Rückkehr-tag, der Postkarten-Kampagne ,Calauer werben Calauer' und attraktiven Wohnangeboten wollen wir junge Leute zurückgewinnen, die sich noch immer mit ihrer Heimat verbunden fühlen", erklärt die WBC-Geschäftsführerin. Bemerkenswert: Vor dem WBC-Infopunkt werden Interessierte von Mitarbeitern der Agentur für Arbeit sowie von lokalen Unternehmen über freie Arbeitsstellen und Ausbildungsplätze informiert.

Als einer der prominentesten Rückkehrer gilt Henry Krzysch, der einst neun Jahre in Bayern und Baden-Württemberg verbrachte. Längst trägt die Kleinstadt Calau seine Handschrift und die seiner künstlerisch tätigen Schüler. Am Samstag ist es der frisch eingeweihte Lachplatz, mit dem der Galeriestadt Calau ein weiterer Mosaikstein zugefügt wird. Rund 100 Quadratmeter umfasst die offen gestaltete Fläche im Gassenhof, die gleichermaßen Jung und Alt ansprechen soll. Anziehend ist der Hof mit seinen farbigen Wäschestützen und schrägen Vögeln allemal, die auf vier massiven Säulen sitzen. Bewusst sind die Seiten der Säulen mit Schultafelfarbe gestrichen worden. Groß und Klein sind aufgefordert, mit Kreide lustige Sprüche oder Bilder zu zeichnen, bevor sie der nächste Regen wieder abwäscht", erklärt Henry Krzysch das Know-how, das hinter der vergänglichen Kunst steckt.

"Ich war da, 19. 8. 2019, M. Nerenz", notiert der Geschäftsführer des Calauer Heimatvereins kurz und knapp auf einer der Säulen. Matthias Nerenz hat es eilig, ist er doch für den Dienst im Haus der Heimatgeschichte eingeteilt. Die Töpfer- und die Lindenstraße stehen im Fokus der Ausstellungsreihe "Calau interaktiv - Calau erinnert sich". "Es ist die letzte Ausstellung in dieser Form", informiert Matthias Nerenz. Inzwischen sei das gesammelte historische Material so umfangreich, um es einer Weiterverwendung zuzuführen. "Der Heimatverein sammelt Mittel für den Kauf eines Multimedia-Tisches. An dem könnten Besucher dann alles Wissenswerte zur Historie der Stadt Calau in Erfahrung bringen", kündigt das Vereinsvorstandsmitglied an.