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Krimi-Recherche in Lübbenau

Wie stakt es sich im Spreewald? Kahnfährmann Marko Schröter gibt der Krimi-Autorin Nachhilfe.
Wie stakt es sich im Spreewald? Kahnfährmann Marko Schröter gibt der Krimi-Autorin Nachhilfe. FOTO: Daniel Preikschat
Lübbenau. Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner hat sich in der Max-Plessner-Straße in Lübbenau eine Wohnung gemietet. Mehr Ruhe wollte sie finden in ihrem Job, ihre private Probleme hinter sich lassen. Daniel Preikschat

Deshalb hat sie sich aus dem Ruhrgebiet in den Spreewald versetzen lassen. Doch hier bekommt sie es hintereinander mit zwei sehr schwierigen Fällen zu tun - die sie lösen muss mit einem sehr schwierigen Kollegen.

Die Romanfigur Klaudia Wagner und ihre Fälle erfunden hat Autorin Christiane Dieckerhoff. Eine ausgebildete Kinderkrankenschwester aus dem Ruhrgebiet, die schon immer gern viel gelesen, und selbst vor zehn Jahren mit dem Schreiben begonnen hat. Acht Romane hat sie seither veröffentlichen können in den Genres Thriller, dramatischer Liebesroman und eben auch Krimi.

Den Verdacht, dass die bekannte Spreewaldkrimi-Reihe im ZDF sie inspiriert hat, zerstreut die Autorin: "Wir schauen zu Hause kein Fernsehen. "Sie kennt die Sendereihe überhaupt erst, seit sie für ihre eigenen Roman-Krimis recherchiert. "Dann stößt man natürlich schnell drauf." Nein, es sei die RUNDSCHAU gewesen, die sie zum Schreiben eines Spreewald-Krimis animiert habe. Der ehemalige stellvertretende Chefredakteur Benjamin Marx fragte 2014 bei ihr an, für die Online-Ausgabe zu veröffentlichen. Man kannte sich aus der Krimischreiber-Szene. Leider habe damals ihre Agentur dabei aber nicht mitgespielt, und es kam nicht dazu.

Christiane Dieckerhoff erzählt das bei einer Kahnfahrt in Lübbenau. Sie will sich im Staken ausprobieren und Spreewald-Flair inhalieren. Außerdem habe sie morgen eine Lesung in Senftenberg und am Samstag in Lübbenau. Auch die Leipziger Buchmesse besucht sie und ihren Verlag in Berlin. Ullstein habe 2015 ihren ersten Spreewald-Krimi "Spreewaldgrab", der dann doch nicht in der RUNDSCHAU erscheinen konnte, versteigern lassen. Ja, solche Buchauktionen gebe es tatsächlich, so die 56-Jährige. Acht Verlage hätten sich damals beteiligt. Unterhaltsame Krimis für eine breite Leserschaft - das sei gefragt in der Verlagsbranche.

Christiane Dieckerhoff schreibt marktgeschneiderte Bücher mit der ihr eigenen Sprache, von deren steter Veröffentlichung sie leben kann. Zwei, drei Romane pro Jahr müssten es sein, gibt sie Einblick in ihre Produktion. Sie schreibe unter ihrem richtigen Namen, habe außerdem zwei Pseudonyme. Bei ihren Krimis erschien nach "Spreewaldgrab" 2016 im Februar dieses Jahres nun "Spreewaldtod". Opfer diesmal ist ein rumänischer Erntehelfer.

Bei ihren Recherchen zu diesem zweiten Spreewaldkrimi-Band sehr geholfen habe ihr unter anderem Reinhard Mich vom Gemüsebaubetrieb Spreewald in Klein Radden. "Er hat mit erklärt, wie die Gurkenproduktion funktioniert und wie sich die Arbeit mit den Erntehelfern so gestaltet."

Christiane Diekerhoff ist kommunikativ, dabei geradeheraus. Sie habe so schnell einen Draht zu den Spreewäldern bekommen, die ihr gern über Land, Leute und Hintergründe berichten, sagt sie. So hole sie sich Ideen, bekomme ein Gespür für den Spreewald. Viel Lokalkolorit ziehe sie zudem aus ihren Lübbenau-Besuchen. Zwar sei konstruiert und ausgedacht, was sie schreibe. Dennoch müssten die Beschreibungen gerade der Schauplätze stimmig sein und damit glaubwürdig.

Wie gut ihr das gelingt, können Interessierte bei Lesungen Christiane Dieckerhoffs heute Abend um 19 Uhr in der Buchhandlung Tengler in Senftenberg überprüfen und am kommenden Samstag in der Pension "Am Spreeschlösschen" in Lübbenau um 19.30 Uhr. Ehemann Eckhard Dieckerhoff sorgt für die musikalische Umrahmung. Um Kartenreservierung wird gebeten unter 03542 3616.