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Vetschau
Kreisverkehr Vetschaus größter Brocken

Die Noch-Ampelkreuzung in Vetschau – 2018 wird begonnen, sie zu einem Kreisverkehr umzubauen.
Die Noch-Ampelkreuzung in Vetschau – 2018 wird begonnen, sie zu einem Kreisverkehr umzubauen. FOTO: Holger Neumann
Vetschau. Bengt Kanzler, für den die neue Legislaturperiode am 20. Januar beginnt, will in der Stadt attraktiven Wohnraum schaffen.

Für Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) beginnt am 20. Januar die zweite Legislaturperiode. Verpflichtet wird das alte und neue Stadtoberhaupt bei einer Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung am 18. Januar im Rittersaal des Schlosses. „Mein größter Wunsch für die nahe Zukunft ist, dass unser Antrag auf Teilnahme am Stadtumbau Phase 3 bewilligt wird“, sagt er. Denn davon hänge maßgeblich die Gestaltung Vetschauer Wohnquartiere ab. „Wir wollen attraktiven Wohnraum schaffen und das Umfeld vor allem auch in der Neustadt gestalten“, formuliert er ein wichtiges Anliegen. Als positives Beispiel nennt er den Einbau zweier Fahrstühle in einen Genossenschafts-Wohnblock an der Straße des Friedens. Damit seien die Wohnungen dort barrierefrei. Das sei gut gemacht. In der Wohnbaugesellschaft dagegen müsse mehr Musik sein, so das Stadtoberhaupt. Denn der Wohnungsleerstand liege derzeit bei 16 Prozent.

Mit dem weiteren Stadtumbau solle auch die Fördergebietskulisse um das Bahnhofsgelände, den Jahnsportplatz und den Hellmannplatz erweitert, in den Dörfern einiges vorangetrieben werden. Für den Bau des Mehrzweckgebäudes im Vetschauer Schulzentrum stelle sich die Stadt gerade nach Fördermitteln an. Biblitothek und Musikverein sollen dort neben einem großen Speisesaal eine neue Heimstatt finden. Mittelfristig stehe damit das Haus der Musik, in dem der Verein heute noch probt, zur Disposition, so Kanzler.

Selbst zum Bauherr wird die Stadt 2018 eher weniger. Was die Stadt Calau hinter sich hat, steht Vetschau allerdings bald bevor: der Ausbau des neuen Kreisverkehrs an der heutigen Calauer Kreuzung als größter Brocken. Start ist zu Jahresbeginn. Begonnen wird in der Berliner Straße und mit der Umfahrung des künftigen Hauptkreisels. Weil zu keiner Zeit voll gesperrt werden soll, wird sich die Bauzeit bis voraussichtlich Ende 2019 ziehen. „Die Ausschreibungen laufen“, sagt Baufachbereichsleiter Sven Blümel und beziffert den städtischen Anteil an den Gesamkosten der Landesbaustelle mit rund 500 000 Euro. Eine Baustelle ganz anderer Art ist der Kulturhausplatz. Sven Blümel weiß, dass dort gleich im Frühjahr damit begonnen werden soll, die Wasser- und Abwasserleitungen zu verlegen, die ansonsten unter dem künftigen Rewe-Markt liegen würden. Zum Jahresende sollte der Handelsstandort gebaut sein, ergänzt Bengt Kanzler, denn der verlängerte Vertrag für den Standort Thälmannstraße laufe Ende 2018 aus.

Wohl am Ende, bevor es überhaupt begonnen hat, scheint das Vorhaben Alte Feuerwehr zu sein. Wie Baufachbereichsleiter Blümel erklärt, sei der Bauantrag zum Umbau dieses stadtbildprägenden Gebäudes zurückgezogen worden. Die zwei Jahre, in denen laut Vertrag mit dem Bau hätte begonnen werden müssen, seien so gut wie vorüber. 2015 hatten die Stadtverordneten dem Umzug von Indeed den Vorrang gegeben vor einer Bäckerei mit Café und einem vertikalen Garten mit Eismanufaktur.

Etwas verändern wird sich dagegen das Dorfbild von Ogrosen. Voraussichtlich im März wird mit dem Anbau eines Mehrzweckraums sowie sanitärer Anlagen an das Feuerwehrhaus begonnen. Mittelfristig, so Kanzler, müsse die Stadt auch darüber entscheiden, wie es mit Feuerwehr, Gemeinschaftsraum oder -haus in Naundorf weitergehe. 1,5 Millionen Euro wird das Feuerwehr-/Dorfgemeinschaftshaus in Laasow zum Schluss gekostet haben. Baubeginn wird 2018 sein.

Laasow ist noch unter einem weiteren Gesichtspunkt interessant. Das Ufer am Gräbendorfer See soll weiter für Touristen und Einheimische entwickelt werden. Nachdem ein großer Parkplatz am Ufer fertiggestellt wurde, sollen demnächst Abwassergrube und Fundament für ein WC-Häuschen errichtet werden. Für den unbefestigten Parkplatz an der Wüstenhainer Seite deutet sich eine längere Pacht an. „Mit dem Eigentümer sind wir im Gespräch“, versichert Sven Blümel. Er habe allerdings den Eindruck, dass die kreisliche Behörde ein wenig lange braucht, um die zwei schwimmenden Häuser an einem Steg zu genehmigen. Der Investor, der auch in anderen Bundesländern agiere, frage sich bereits, ob sein Engagement dort überhaupt gewünscht sei, berichtet Sven Blümel.

Bis Ende 2018 läuft der Vertrag für Rewe an der Thälmannstraße. Dann sollte der neue Standort an der Kleinen Bahnhofstraße fertig sein.
Bis Ende 2018 läuft der Vertrag für Rewe an der Thälmannstraße. Dann sollte der neue Standort an der Kleinen Bahnhofstraße fertig sein. FOTO: Kuschy / LR