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| 17:32 Uhr

Kaninchenzucht
Seltene Bart-Kaninchen erobern den Spreewald

Mit Genter Bartkaninchen hat Uwe Rose (l./Calau) eine fast vom Aussterben bedrohte Kaninchenrasse in die Spreewald-Region gebracht.
Mit Genter Bartkaninchen hat Uwe Rose (l./Calau) eine fast vom Aussterben bedrohte Kaninchenrasse in die Spreewald-Region gebracht. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Offene Kreis-Jungkaninchenschau in Calau. Von Uwe Hegewald

Sie haben ihren Ursprung in Belgien und Frankreich, sind selten, äußerst liebenswert und hätten sich beinahe still von dieser Welt verabschiedet. Die Rede ist vom Genter Bartkaninchen, eine possierliche, flauschige Rasse, die erst ab Oktober 2016 im ZDRK (Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter) anerkannt wurde.

„Wir haben die Tiere 2015 erstmals auf der Grünen Woche in Berlin gesehen und sofort ins Herz geschlossen“, erzählt Uwe Rose. Am Wochenende konnten Häsin „Erna“ und ihr Nachwuchs bei der offenen Kreis-Jungkaninchenschau des Kreisverbandes Calau bestaunt werden.

„Trotz anhaltender Hitze, die derzeit Mensch und Tier gleichermaßen quält, können wir mit der Teilnehmerzahl sehr zufrieden sein“, resümiert Roland Lautenbach vom veranstaltenden Kleintierzuchtverein Calau. 37 Züchter aus Oberspreewald-Lausitz sowie aus den Landkreisen Dahme-Spreewald und Spree-Neiße reisten mit ihren Jungtieren in die Calauer Ernst-Mähler-Halle. „Wir haben über 200 Tiere in 41 Rassen- und Farbenschlägen am Start“, so Lautenbach.

„Die Schau als offene und überregionale Jungtierschau auszurichten, ist der richtige Weg. Die Zahl der Züchter wird immer kleiner, da ist es selbstverständlich, Interessen und Kräfte zu bündeln“, sagt Uwe Jurischka (Lübbenau), Vorsitzender des Kreisverbandes Calau der Rassekaninchenzüchter. Ein dickes Lob richtet er an den „entschlossenen und umsichtigen“ Roland Lautenbach, bei dem die Fäden zusammenliefen und der sich gleichzeitig mit drei verschiedenen Rassen präsentierte. Darunter erstmals ein Wurf Alaska-Kaninchen, die mit einer bedauerlichen Situation in Verbindung stehen.

Wie der Calauer Züchter berichtet, habe er jeweils eine Häsin und einen Rammler aus der Zuchtaufgabe von Horst Balzer übernommen. Gesundheitliche Gründe und der Umzug in ein Pflegeheim haben der Rassekaninchenzucht des Altdöberners ein abruptes Ende gesetzt. Horst Balzer hatte Kreismeistertitel in Serie gewonnen und hätte sicher seine Freude gehabt, am Wochenende auf Nachwuchs seiner Zuchtlinie zu stoßen.

Einen kompletten Wurf als Kollektion in die Wertung zu geben, ist ambitioniert, werden doch gleichzeitig das Muttertier und deren Junge in Augenschein genommen. Neben dem Gesamteindruck der Häsin werden bei den Jungen die Anzahl, die Gewichtsentwicklung, Körperform, Typ und Körperbau, die Entwicklung der Rassemerkmale, Ausgeglichenheit und der Pflegezustand der Gruppe in die Waagschale gelegt. Das Preisrichtertrio Wolfgang Poser (Calau), Bernd Dörschel (Döllingen) und Gert Anders (Hohenleipisch) zeigte sich zufrieden mit der Qualität, die über der des Vorjahres lag.

Lautenbach hatte im Vorfeld auch bei Seelenverwandten in Byhleguhre, Neu Zauche oder Lübben angerufen, die etwa Züchter-Urgestein Willi Skole mit seinen roten Neuseeländern delegierten.