Von Uwe Hegewald

(uhd) Für Samstag, 24. November, hat sich im Altdöberner Schützenhaus eine Band angesagt, die derzeit in aller Munde ist: „Die Seilschaft“. Musikkenner wissen, dass das Sextett in engem Zusammenhang mit Gerhard Gundermann steht, dessen Leben in diesem Sommer in einem biografischen Musikfilm in die Kinos kam. RUNDSCHAU erklärt Gründe, warum sich dieses Konzert keiner entgehen lassen sollte.

Unter welchen Umständen hatte sich die Band seinerzeit formiert?
Anfang der1990er-Jahre war Liedermacher Gerhard Gundermann auf der Suche nach einer Band, um mit dieser eine CD live umzusetzen. „Einsame Spitze“ lautete der Titel der CD, und es sollte nicht die einzige bleiben. Bis zu Gundermanns Tod 1998 gaben „Gundermann & Seilschaft“ mehrere Konzerte und nahmen mehrere CDs auf. Zu den Höhepunkten zählten zweifellos gemeinsame Tourneen mit Bob Dylan und Joan Baez.

Wie hat die „Seilschaft“ den plötzlichen Tod von Gerhard Gundermann verkraftet?
Nur sehr schwer. Mit dem Jahrespreis der Liederbestenliste des SWR oder dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik standen der Band viele Türen offen, durch die „Die Seilschaft“ nicht ohne ihren charismatischen Frontmann schreiten wollte. Zehn Jahre sollte es dauern, bis die Band 2008 in der Berliner Columbiahalle wieder gemeinsam auf der Bühne stand. Anlass war der zehnte Todestag von Gerhard Gundermann. „Mit Christian Haase am Mikrofon gelang es, die Lieder Gundermanns vertraut und gleichzeitig neu klingen zu lassen“, erklären die Musiker.

Welche Auswirkungen hat der Film „Gundermann“ des Regisseurs Andreas Dresen auf die Aktivitäten der Band?
Der am 23. August 2018 in die deutschen Kinos gekommene Streifen dürfte das Bandgeschehen zweifellos befeuert haben. Für zurückliegende Konzerte in Berlin habe es zuletzt keine Tickets mehr gegeben. In diesem Jahr ist die Seilschaft mit dem Konzert im Altdöberner Schützenhaus nur noch einmal live in Brandenburg zu erleben. Bis zum nächsten Konzert in der Lausitz müssen sich Musikfreunde in Geduld üben, wenn die Band am 2. November 2019 in der Kulturfabrik Hoyerswerda gastiert.

Warum ist das Konzert für die Gemeinde Altdöbern so wichtig?
Im kommenden Jahr läuft der Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Altdöbern und Schützenhaus-Gastwirt Bernhard Dase aus, der dann in den Ruhestand geht. Die Gemeinde ist auf der Suche nach einem Pächter für das Objekt, in dem Bernhard Dase seit dem 1. Juni 1978 Regie geführt hat. Das Gebäude enthält neben der Gaststätte einen großen Saal sowie weitere Klubräume und ist für Vereins-, öffentliche und private Veranstaltungen bestens geeignet sowie als traditionelles Veranstaltungshaus bereits überregional bekannt. Möglicherweise mischen sich Pachtinteressenten unters Publikum des „Seilschaft“-Konzertes, um auszuloten, wie sich renommierte Saal-Veranstaltungen darstellen. Bei guter Besucherresonanz könnte es zukünftigen Nutzern leichter fallen, ihre Bewerbung für das Objekt einzureichen. Was auch im Interesse der Vereine ist, die dort beheimatet sind und sich einen fließenden Fortbestand der Altdöberner Kulturstätte herbeisehnen.