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| 02:57 Uhr

Kompromiss bei Hundesteuersatzung in Märkische Heide

Groß Leuthen. Die Hundesteuer in der Gemeinde Märkische Heide wird erhöht. Andreas Staindl/asd1

Das haben die Gemeindevertreter während ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Sie sind allerdings nicht dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt. Die Gemeinde wollte die Steuer für den ersten Hund von 15 auf 30 Euro, für den zweiten Hund von 31 auf 60 Euro und für jeden weiteren Hund von 61 auf 120 Euro anheben.

Die Steuererhöhung soll die angespannte Haushaltslage der Gemeinde verbessern wie Dieter Freihoff (SPD) erklärt. Der Bürgermeister verwies zudem darauf, dass es die Fraktionen der Gemeindevertretung waren, die Vorschläge zur Haushaltsverbesserung gemacht hatten.

Dennoch: "Ich bin mit der geplanten Erhöhung um Hundert Prozent nicht einverstanden", sagte Erika Hoffmann (Pro Märkische Heide). "Wir leben schließlich auf dem Land, haben immer mehr Einbrüche zu beklagen. Für uns ist ein Hund doch kein Luxus."

Reinhard Schulz (Pro Spree und Wald) sieht das ähnlich. Für ihn gibt es "keinen Grund, den ersten Hund zu besteuern, außer Gier. Der erste Hund müsste steuerfrei sein."

Dieter Freihoff ist dagegen: "Das Gros unserer Bürger hat nur einen Hund." Der Verwaltungschef erinnerte die Gemeinderatsmitglieder an ihre Pflicht, die Haushaltslage der Gemeinde zu verbessern. "Wo wollen wir sonst unsere Einnahmesituation verbessern?"

Zudem sei die bisherige Steuer für den ersten Hund mit 15 Euro sehr niedrig im Vergleich mit anderen Kommunen. Freihoff erwartet nicht, "dass die Leute ihre Hunde wegen der Steuererhöhung abschaffen".

Jürgen Nowigk (Pro Märkische Heide) ist für höhere Hundesteuern: "Die Gemeinde hat schließlich erhebliche Kosten. Etwa dann, wenn sie Fundtiere ins Tierheim geben muss." Die Kommune sei verpflichtet, die ersten vier Wochen des Aufenthalts der Tiere im Heim zu bezahlen wie der Bürgermeister erklärt. Ihm zufolge werden beispielsweise für eine Katze 220 Euro fällig, für einen Hund deutlich mehr. Rund zehn Fundkatzen pro Jahr gebe die Gemeinde ins Tierheim.

Heinz Michelchen (Pro Märkische Heide) beantragte dennoch, die Steuern für den ersten Hund wie bisher zu belassen. Er zog diesen Antrag jedoch zurück und folgte stattdessen dem Antrag von Norbert Hecker (SPD-Fraktion).

Er hatte als Kompromiss vorgeschlagen, den ersten Hund mit jährlich 20 Euro und den zweiten sowie jeden weiteren Hund wie geplant zu besteuern. Dem stimmte die Gemeindevertretung mehrheitlich zu.