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| 17:46 Uhr

Erste Reaktionen nach der Kommunalwahl
SPD in Lübbenau knapp vor AfD

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin
Lübbenau. Nach der Kommunalwahl ist in Lübbenau die AfD die zweitstärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung. Für AfD-Kandidat Marian von Stürmer gibt es aber einen „Wermutstropfen“. Von Daniel Preikschat

Die politischen Kräfteverhältnisse sind in Lübbenau nach der Kommunalwahl kräftig durcheinander gewirbelt worden. Die AfD drängt mit sechs Kandidaten in die Stadtverordnetenversammlung, weil der Ortsverbandsvorsitzende Marian von Stürmer fast 3000 Stimmen holte. Dieses Ergebnis, sagte er am Tag nach der Wahl, habe ihn „positiv schockiert“. Mit einigen Kreuzen, die hinter seinem Namen gemacht werden, habe er gerechnet, aber nicht mit so vielen.

Laut von Stürmer habe ihm eine gewisse Popularität geholfen, die er nach seiner Kandidatur als Bürgermeister in Lübbenau sowie bei Demonstrationen des Vereins „Zukunft Heimat“ erlangt habe. Die Teilnahme an Diskussionen, Einwohnerfragestunden oder Stammtischrunden wirkte sich offenbar positiv aus.

Der Inhaber einer Dachdecker-Firma hatte sich unter anderem an der Diskussion um Schulstandorte und den „Brückenschieber“ wortreich beteiligt. Seine Fraktion, für deren Vorsitz er sich bewirbt, will konstruktive Sacharbeit leisten. Wobei von Stürmer sich vor allem mit der AWG und der CDU eine gute Zusammenarbeit vorstellen kann.

SPD-Ergebnis „Wermutstropfen“ für AfD-Mann

„Einziger Wermutstropfen“ für den AfD-Mann mit Blick auf das Wahlergebnis sei, dass die SPD noch stärkste Kraft werden konnte Gerade das freut den SPD-Fraktionsvorsitzenden Holger Bartsch. Er spricht von einem „erfreulichen Ergebnis“ und sieht seine Partei als Wahlsieger. Die SPD hat einen Sitz mehr als die AfD und kaum weniger Stimmen bekommen als bei der Kommunalwahl 2014.

Die starke Präsenz der AfD könnte aus Sicht Bartschs zu „lebhafteren Diskussionen“ führen in den Sitzungen der Stadtverordneten. Seine Fraktion, deren Vorsitz der 78-Jährige abgeben möchte, werde gegenüber den Neuankömmlingen in der SVV keine Blockadehaltung an den Tag legen – trotz gewisser Skepsis.

Bei der Lübbenauer CDU indes seien alle „traurig“, sagt Ortsverbandsvorsitzende Roswitha Schier. Die Christdemokraten büßen gegenüber 2014 fast zehn Prozent Wählerstimmen ein – und Roswitha Schier rätselt, warum: Die CDU habe wichtige Projekte angeschoben wie den Altstadt-Spielplatz, die Sanierung von Grundschulen und der Kita in Boblitz, sich eingesetzt für Tempomessgeräte und einen befestigten Wochenmarkt. „Dafür haben wir jetzt drei Sitze weniger.“

 Stadtverordnetenversammlung Lübbenau
Stadtverordnetenversammlung Lübbenau FOTO: LR / Schubert