| 02:32 Uhr

Kommunalpolitiker im Chransdorfer Windpark-Wald

Im Chransdorfer Forst zwischen Altdöbern und Großräschen haben sich Abgeordnete über die Anlagen informiert.
Im Chransdorfer Forst zwischen Altdöbern und Großräschen haben sich Abgeordnete über die Anlagen informiert. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Calau. Bei einer Exkursion auf die Baustelle der PNE Wind AG haben sich Calauer Stadtverordnete und Bauamtsleiterin Margitta Görs kürzlich über Windkraftanlagen im Wald informiert. Das Thema wird Calau berühren, sollte die Regionale Planungsgemeinschaft Teile des Stadtwaldes als Windeignungsgebiet ausweisen. U. Hegewald/uhd1

Es gibt nicht nur Zustimmung für Windkraftanlagen. In Calau hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen Windkraftanlagen (WKA) im Stadtwald ausspricht. "Sie hat uns Stadtverordnete aufgerufen, sich einmal vor Ort ein Bild zu machen", begründete Bürgermeister Werner Suchner den Besuch im Chransdorfer Forst.

Dort errichtet die PNE Wind AG 24 Nordex-Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 57,6 MW. Es sind gigantische Zahlen mit denen die Calauer Delegation von Projektleiter Jens Peters "gefüttert" wird. So könnten durch den Chransdorfer Windpark Tausende Tonnen von fossilen Rohstoffen (Kohle, Erdöl/Gas) eingespart und Schadstoffemissionen vermieden werden. Kohlendioxid, Stickstoff, Schwefeldioxid oder Kohlenmonoxid zählt der seit 17 Jahren im Unternehmen tätige Diplom-Ingenieur auf.

Jens Peters bestätigt, dass das Land Brandenburg in Sachen WKA in Waldgebieten eine Vorreiterrolle eingenommen habe. "In einigen Bundesländern ist das nicht möglich, in anderen wird darüber nachgedacht", so der Projektleiter.

Um die beanspruchte Waldfläche so gering wie möglich zu halten setzt die PNE Wind AG nach eigenen Angaben auf eng bemessene Baustellen und Transportkorridore. So führe der Bau der 24 Anlagen zu einer dauerhaften Waldumwandlung von 6,3 ha. Weitere 14,8 ha würden temporär in Anspruch genommen und anschließend wieder aufgeforstet.

"Unser Chransdorfer Projekt ist nur über eine eigens angelegte Zufahrtstraße, in angemessener Distanz von Ortschaften zu erreichen. Wir haben noch sehr genau die Bilder von Säritz im Gedächtnis, wo Einwohner mit beschrifteten Betttüchern protestierten", erzählte Peters.

Ferner räumte der Projektleiter Bedenken aus, wonach WKA eine verstärkte Waldbrandgefahr herbeiführen könnten. So seien alle Turbinenhäuser mit Temperaturwächtern und Löschmittelaggregaten ausgestattet. "Eine Hauptursache von Waldbränden sind Blitzeinschläge. So gesehen haben wir in diesem Wald 24 Blitzableiter zu stehen", ergänzte Geograph Carsten Zumsprekel. Er verwies auf Energiegenossenschaften, Stiftungen, Bürgersparbücher oder kommunale Beteiligungen, die gewinnversprechend sind, bei denen aber auch das wirtschaftliche Risiko mitgetragen werden müsse.

Wie Mitglieder der die BI "Calau Süd/Calauer Schweiz" vor einem Jahr bei einem Workshop an der BTU Cottbus erfahren haben, sollte diesbezüglich nicht von allzu hohen Erwartungen ausgegangen werden.

Mit der Besichtigung einer Baustelle und dem Blick in das Innere eines Turmes endete die von Jens Peters souverän geführte Infoveranstaltung. "Wenn Bürger Fragen haben, können sie sich bei uns informieren", beteuerte er und untermauerte sein Angebot mit der Herausgabe seiner Handynummer. Sie lautet 0173/6008982.