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| 17:09 Uhr

Kulinarisch und interkulturell
Kochduell im Haus der Harmonie

Fingerfertigkeit war am Freitagabend im Kochstudio des „Hauses der Harmonie“ (Spreewiesel-Center) gefragt. Unter Leitung von Sylvia Burza und Wael Shmdeen galt es für die Teilnehmer, ein Drei-Gänge-Menü mit syrisch/arabischen Köstlichkeiten zu zaubern.
Fingerfertigkeit war am Freitagabend im Kochstudio des „Hauses der Harmonie“ (Spreewiesel-Center) gefragt. Unter Leitung von Sylvia Burza und Wael Shmdeen galt es für die Teilnehmer, ein Drei-Gänge-Menü mit syrisch/arabischen Köstlichkeiten zu zaubern. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Lübbenauer Hobbyköche entlocken syrischer Küche ihre Geheimnisse. Von Uwe Hegewald

Wozu benötige ich Tahini oder Cumin? Warum schmeckt Hoummus so verführerisch lecker? Und was bitteschön hat es mit den braunen, hölzernen Murmeln auf sich? Eine Antwort auf diese und viele weitere Fragen erhielten Teilnehmer eines syrischen Kochkurses am Freitagabend.

„Es sind bis zu zehn Veranstaltungen, die wir jährlich in unserem Kochstudio im Haus der Harmonie durchführen. Immer mit wechselnder Küche, rund um den Erdball, unterschiedlichen Themen und Gerichten“, beschreibt Martina Broschinski das Format des mehrstündigen Kochabends. Italienische, israelische und spanische Abende habe es schon gegeben oder einen Ausflug in die Klosterküche, fasst die Projektleiterin vom Haus der Harmonie im Lübbenauer Spreewiesel zusammen.

Sylvia Burza erinnert an den etwas mystischen Kochkurs am Vorabend der Walpurgisnacht 2017: „Wir wollten zur Hexennacht einen blutroten Rote-Beete-Salat zubereiten und waren auf der Suche nach einem schmackhaften Rezept“, erzählt die Schauspielerin vom SachsenDreyer. Fündig wurde sie bei Wael Shmdeen, der nicht nur das Rezept lieferte, sondern sich spontan anbot, dieses vor den Augen der Gäste zuzubereiten. Dieser Moment gilt als Beginn einer „kochenden Leidenschaft“ zwischen ihm, Sylvia Burza, Martina Broschinski und den Gästen, die sich erstmals in einen Kochabend rund um die arabische Küche fallen lassen. „Eine ausgewogene, delikate Küche, die viele Köstlichkeiten und Überraschungen bereithält: Saulecker“, kündigt Sylvia Burza an. „Wir machen das hier ganz locker. Jeder darf sich wie Zuhause fühlen und nach Belieben Getränke aus dem Kühlschrank nehmen“, so die erste Assistenz-Köchin. Zu Beginn gilt es – wider Erwarten – Tränen zu trocknen. Sie kullern aus den Augen von Maria Klauschk, die sich fürs Schälen und Hacken von Zwiebeln gemeldet hat. Oder waren es etwa Freudentränen? Schon möglich, ist es doch das erste Mal, dass die Lübbenauerin an einem Koch­abend teilnimmt und bei diesem ihr Namensgericht zubereitet. „Marija“ heißt der aus arabischen Fladenbrot, Rinder/Kalbshackfleisch, Tomaten, Zwiebeln und rotem Paprika zubereitete Leckerbissen. „Zur Verfeinerung kommt noch etwas Salz, schwarzer Pfeffer, Olivenöl und Granatapfelsirup hinzu“, erklärt Wael Shmdeen.

In der Nachbarstadt Lübben als Friseur tätig, kann er zwar keine klassische Kochausbildung vorweisen, dafür zahlreiche Erfahrungen und Handkniffe, die ihm von seiner Mutter und seiner Großmutter vermittelt wurden. „Zu den Mahlzeiten rückt die Familie in unseren Kulturen besonders stark zusammen. Die Momente bei Tisch werden genutzt, um sich ausgiebig zu unterhalten“, sagt er. Diese Philosophie schwingt beim Kochabend im Lübbenauer Haus der Harmonie mit.

Beim Zubereiten des Drei-Gänge-Menüs mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert bleibt genügend Zeit zum Plaudern. Und zum Schwärmen: „Hoummus ist das Nonplusultra“, lässt Sylvia Burza keinen Zweifel. Dahinter verbirgt sich ein orientalischer Kichererbsen-Dip mit Tahini (Sesampaste), Cumin (Kreuzkümmel), Jogurt und weiteren Zutaten.

Die Speisekarte mit den Rezepten dürfen sich die sieben teilnehmenden Hobby-Köche selbstverständlich mitnehmen, ebenso die Schürzen mit dem Aufdruck „Wieselflink zubereitet“. Als Souvenir eines unterhaltsamen Treffens, das nach einem Tässchen arabischen Kaffees in eine ausgedehnte Plauderstunde mündet. „Ein großartiger Abend. Wir haben uns noch bis Mitternacht unterhalten“, resümiert Martina Broschinski. Es ist bereits 1 Uhr, als sie nach Reinigung der Küche und Heimweg ins Bett fällt und sich darüber freut, Sylvia Burza und Wael Shmdeen eine Zusage für 2019 abgerungen zu haben. Im Februar soll es einen dritten Kochabend rund um die arabische Küche geben, inklusive brauner, hölzerner Murmeln: getrockneter Limetten.