Geweihkamm-Macher und Silberschmiede zeigen ihre Kunst, Glasperlen werden hergestellt, Raseneisenstein wird zu schmiedefähigem Eisen verhüttet. Holzhandwerker, Weberinnen und Schuhmacher lassen von 10 bis 17 Uhr das slawische und deutsche Handwerk des Mittelalters wieder aufleben, während das Duo „Fidelius“ vom benachbarten Slawenstamm der Milzener die Laute zupft und den Trumscheid spielt und auf dem Hof reges Markttreiben herrscht. Ab 16 Uhr konzertiert mit „Liedern und Tänzen des Mittelalters“ das Ensembles Nimmersêlich auf mittelalterlichen Instrumenten. Anschließend wird der Innenhof in Licht gehüllt, Feuer-Performances seien zu sehen, heißt es in der Ankündigung.
Die Veranstaltung der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land ist nach eigenen Angaben der der neunte von insgesamt zehn Höhepunkten im IBA-Halbzeitjahr und macht die Besiedlungsgeschichte der Lausitz sinnlich erlebbar. Schirmherrin ist Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka. Gemeinsam mit IBA-Geschäftsführer Rolf Kuhn und Vetschaus Bürgermeister Axel Müller eröffnet sie um 13 Uhr den neu geschaffenen „Zeitsteg“ als ersten Teil der neuen Außenanlagen der Slawenburg.
Entlang des Steges symbolisieren Bauminseln die unterschiedlichen Epochen der Besiedelungsgeschichte. Landschaftliche Veränderungen während der 12 000-jährigen Geschichte der Niederlausitz werden angedeutet. Die Baumpflanzungen sind bis Ende des Jahres abgeschlossen. Im Inneren der Burg befinden sich moderne Ausstellungsräume. Dort werden archäologische Funde aus der Niederlausitz präsentiert. Viele der Ausstellungsstücke waren kurz vor der „Überbaggerung“ im Tagebau bei archäologischen Rettungsgrabungen gefunden worden.
Thematisch passend zur Ausstellung laden die Inseln „Steinzeit“ und „Bronzezeit“ zum Verweilen ein. Für die jüngeren Besucher lässt ein neuer Holzspielplatz auf der „Spielinsel“ die Zeit des Burgbaus lebendig werden. Der Eintgritt kostet nach Angaben des Veranstalters vier Euro und ermäßigt zwei Euro.
Wer allerdings vorher mehr über die Hintergründe der Lausitzer Kulturen erfahren will, der könne schon beim Terrassenabend der IBA in Großräschen am heutigen Samstag auf seine Kosten kommen, verspricht die Slawenburg-Geschäftsführerin. Sie präsentiert die Entstehungsgeschichte der Slawenburg. Musikalisch umrahmt wird sie vom Duo Fidelius. (red/jb)