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| 02:32 Uhr

Kleingärtner helfen bei Grabenbau

Durch der Gartensparte "Jugend" wird sich ein Stichgraben des Regenwasserabflusssystems ziehen.
Durch der Gartensparte "Jugend" wird sich ein Stichgraben des Regenwasserabflusssystems ziehen. FOTO: Preikschat
Lübbenau. In Lübbenau wird das Grabensystem weiter ausgebaut, um die Hochwassergefahr zu bannen. Auch Kleingärtner leisten dabei ihren Beitrag. Für den Bau eines Stichgrabens werden Parzellen in der Sparte "Jugend" geopfert. Daniel Preikschat

Es hat etwas gedauert und war auch nicht ganz einfach. Nunmehr jedoch stehe der Trassenverlauf in etwa fest, sagt Michael Gründler vom Kleingartenverein "Jugend". Auf etwa 50 Meter Länge werde sich der Stichgraben durch die Grünanlage ziehen, flankiert von Zaun und Wirtschaftsweg. 13 Parzellen müssten geräumt werden, so der Vereinsvorsitzende. Einige Gärten würden derzeit zwar ohnehin nicht genutzt. Vier Laubenpieper aber müssten innerhalb der Sparte, die sich zwischen der Straße der Kraftwerker und der Bahnlinie an der L 49 erstreckt, umziehen.

Mitte des Jahres, sagt Gründler weiter, werde es in der Sparte einen großen Arbeitseinsatz geben. Die Grabentrasse, so das Ziel, soll vollständig beräumt und gesäubert werden. Der Bauherr müsse dann nur noch Bäume und bauliche Anlagen aus dem Weg räumen lassen. Am 10. Mai werden die Mitglieder bei einer Versammlung in der Vereinsgaststätte "Grüne Lunge" näher informiert. Man habe die Notwendigkeit für den Grabenbau sogleich eingesehen, sagt der Vereinsvorsitzende. Schließlich sei die Anlage in den Jahren 2012 bis 2014 wiederholt von Hochwasser heimgesucht worden, weil Oberflächenwasser nach starken Niederschlägen schlecht abfloss.

Der geplante Stichgraben in der Gartensparte ist Teil eines großflächigen Wasserableitungssystems, das zum Teil schon fertiggestellt ist. Zwischen Lübbenauer Gewerbegebiet und L 49 sind bis jetzt rund 1500 Meter Graben freigeräumt beziehungsweise angelegt worden. Zwei Stichgräben und ein Neustadtgraben werden in einem zweiten Bauabschnitt nun noch angeschlossen. Das Grabenwasser fließt ab ins Grebbinfließ, das teilweise parallel zur L 49 verläuft. Den zu schmalen Durchlass unter der Gleisstrecke Lübbenau-Senftenberg wolle die Bahn noch in diesem Sommer erweitern und in der Höhe anpassen lassen, so Rudolf Heine, Beauftragter der Stadt für Grund- und Oberflächenwasser. Das gehe aus Planungsunterlagen des Eisenbahnbundesamtes hervor. Die Stichgräben indes, ergänzt Veit-Uwe Böhm von der Stadtverwaltung, könnten wohl erst im Spätsommer 2017 gebaut werden. Da es sich um neue Trassenverläufe handelt, sei ein Plangenehmigungsverfahren vorgeschrieben.

Hochwassergefährdet aufgrund des hohen Grundwasserspiegels sind in Lübbenau auch Luxemburgstraße, Wiesenstraße und Musikerviertel. Hier soll ein jetzt fertiggestelltes geohydrologisches Modell Lösungen aufzeigen, so Rudolf Heine. LMBV und Stadt werden es voraussichtlich im Mai vorstellen. Denkbar sei, so Heine, Regenwasser über Dränagerohre, Gräben und Rückhaltebecken in die Zerkwitzer Kahnfahrt abzuleiten.

Zum Thema:
Nach der Profilierung von Diagonal- und Nordgraben ist an der Kraftwerkstraße/Ecke Nordstraße nun auch ein Regenrückhalte- und Absetzbecken fertiggestellt worden. Es dient dazu, Oberflächenwasser, das im Gewerbegebiet abfließt, aufzunehmen und einer Verschlammung der Flächen vorzubeugen. Das aufgefangene Wasser wird mit ins Grabensystem eingespeist. Das Fassungsvermögen beträgt 424 Hektar.