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| 17:08 Uhr

Naturschutz
Kleine Mauersegler in Lübbenau erhalten Hilfe

Statt flott sind sie manchmal lahm: Junge Mauersegler haben manchmal mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Vom Boden aus können sie nicht starten.
Statt flott sind sie manchmal lahm: Junge Mauersegler haben manchmal mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Vom Boden aus können sie nicht starten. FOTO: NABU Brandenburg
Lübbenau. Gefährdete Vogelart hat immer weniger Brutmöglichkeiten. In der Lübbenauer Richard-Wagner-Straße lässt die WiS Nistkästen anbauen. Weitere sollen folgen.

Der Frühling kommt nun mit aller Kraft, und die Natur erwacht aus dem Winterschlaf. Die Zugvögel kehren aus ihren Winterquartieren zurück. Sie sind auf der Suche nach einer Nistmöglichkeit. Der Mauersegler findet leider nur noch wenige Nistplätze. „Um den Bestand dieser gefährdeten Vogelart in Lübbenau nachhaltig zu sichern, hat die Firma Bekotec im Auftrag der WiS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH erste Brutkästen angebaut. Sie wurden in der Richard-Wagner-Straße angebracht“, erklärt WiS-Sprecherin Mareen Kopsch. Weitere Anbauten sollen im Stadtgebiet folgen, so die Sprecherin.

In Zusammenarbeit mit Sebastian Fuchs, einem engagiertem Naturschützer und Hobbyornithologen, wurde bereits Anfang des Jahres nach geeigneten Standorten gesucht. „Es ist toll, dass die Wohnungsbaugesellschaft sich so für den Natur- und Artenschutz engagiert. Der Mauersegler ist eine faszinierende Vogelart, die es zu schützen gilt“, erklärt Sebastian Fuchs.“

Die Brutplätze für dieser Vogelart werden immer rarer. Allerdings kennen viel Neustädter die charakteristische Vogelart aus Kindheitserinnerungen. Die Mauersegler sind einst in kleineren und größeren Gruppen rasant um die Giebel der Blockbauten geflogen. Sie waren an ihrem markanten Ruf zu erkennen. Als Sommervogel charakterisiert diese Art den Beginn der warmen Jahreszeit, denn erst spät strömen diese ab Mitte Mai in Richtung ihrer vorjährigen Brutstätten.

Der Mauersegler nistet gern in Höhlen alter Bäume. Mit dem Verschwinden dieser Gehölze hat er sich zusehends an die besiedelten Bereich angepasst.

In Luckau sind Ende des vergangenen Jahres 21 neue Nistkästen in einem Wohngebiet Der Wohnungsgenossenschaft installiert. Dazu hatten die Bewohner „An der Schanze“ die Fassaden ihrer Häuser zur Verfügung gestellt.

Tatsächlich wird der Koloniebrüter oft mit der Schwalbe verwechselt und muss hartnäckige Vorurteile über sich ergehen lassen. Die Befürchtung, dass die Fassaden durch Vogelkot verunreinigt würden, trifft bei dieser Vogelart nicht zu. Der Mauersegler ist einer der saubersten Nistkastenbewohner und obendrein sehr nützlich. Ein fütterndes Paar fängt am Tag bis zu 50 Gramm Insekten. Das entspricht mehr als 20 000 Mücken und Spinnen.

Daniel Kersten baut in der Richard-Wagner-Straße Nistkästen für die Mauersegler an.
Daniel Kersten baut in der Richard-Wagner-Straße Nistkästen für die Mauersegler an. FOTO: Mareen Kopsch
(bt)